UNO sucht Lösung für Westsahara

31. August 2001, 06:34
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Befreiungsfront Polisario lehnt Autonomieplan ab

New York - Vertreter der Befreiungsfront für die Westsahara, Polisario, haben einen von UNO-Generalsekretär Kofi Annan entworfenen Autonomieplan für das umstrittene Wüstengebiet zurückgewiesen. Auch die Abgeordneten von Algerien, Sympathisanten der Polisario, äußerten sich skeptisch über den Plan. Mauritanien dagegen begrüßt laut UNO "jede Lösung, die den Westsahara-Konflikt lösen" und von beiden Seiten akzeptiert wird. Das teilten die Vereinten Nationen in New York am Donnerstag mit.

Der UNO-Sonderbeauftragte für die Westsahara und frühere Außenminister der USA, James Baker, hatte mit den Abgeordneten aus Nordafrika drei Tage lang auf seiner Ranch in Pinedale (Wyoming) verhandelt. Die Regierung von Marokko, die Anspruch auf das rohstoffreiche Gebiet erhebt, war nicht eingeladen. Der Weltsicherheitsrat erwägt derzeit den Kompromissplan, der den Saharauis Autonomie unter begrenzter marokkanischer Autorität zusagt. Laut UNO sagten die Vertreter der Polisario zu, Annans Plan noch einmal mit ihrer Führung zu erörtern.

1976 annektiert

Marokko hatte die ehemalige spanische Kolonie 1976 annektiert. Die Rebellen der für ein unabhängiges Westsahara kämpfenden Polisario stellten sich Marokko in den Weg. Tausende Saharauis flohen nach Algerien, wo sie bis heute in Flüchtlingslagern bei Tindouf leben. Seit der 1991 beschlossenen Waffenruhe zwischen Marokko und der Polisario bemühen sich UNO-Vermittler - bisher ergebnislos - um einen Volksentscheid über die Zukunft des Wüstenlandes.

Die im Februar 1976 von der Polisario ausgerufene Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) wurde von über 80 Ländern anerkannt und ist seit 1982 Vollmitglied der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU). 1998 hatte der österreichische Brigadier Bernd Lubenik das Kommando der UNO-Mission für die Abhaltung des Referendums in der Westsahara übernommen. (APA/dpa)

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