Infotainment-Trend: Verpacken statt verarbeiten

31. August 2001, 13:18
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Ehemaliger "Zeit"-Chefredakteur De Weck sieht darin einen "Ausdruck von Überforderung"

Der frühere "Zeit"-Chefredakteur Roger de Weck rief dazu auf, dass Medien ihren Sinn für Kompetenz stärkten. Durch das gegenwärtig hohe Produktionstempo drohe das richtige Gewichten und Einordnen von Informationen in den Hintergrund zu treten. So sieht De Weck auch den Trend zum Infotainment als "Ausdruck von Überforderung". Dessen Merkmale seien die durchgängige Personalisierung, weil Strukturen nicht mehr nachvollziehbar seien, und das "Ausblenden weiter und relevanter Teile der Wirklichkeit". Übrig bleibe ein "zunehmendes Verpacken des Stoffes statt wirkliches Verarbeiten".

Früher sei das Wort "Nachricht" bestimmend für das Mediengewerbe gewesen, darin komme noch eine gewisse Orientierung zum Ausdruck, so De Weck. Dieser Begriff sei später von dem Wort "News" abgelöst worden, und heute spreche man durchwegs von "Content" (Inhalt). (APA)

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