Kochendes Wasser bringt beschädigte Karosserie in Form

30. August 2001, 20:20
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"Metall mit Gedächtnis" reagiert auf Temperaturveränderung

Peking - Chinesische Wissenschaftler haben ein Metall mit Gedächtnis entwickelt. Laut Forschern kann sich die Karosserie eines aus diesem Metall hergestellten Fahrzeuges nach einem Unfall wieder in Form bringen. Dafür müsste es lediglich in kochendem Wasser erhitzt werden, so ein Bericht des Beijing Review.

Das Metall wird als "Formspeicher-Legierung" bezeichnet und wurde am Forschungsinstitut für seltene Metalle an der Pekinger Akademie für Metallforschung entwickelt. "Das Metall formt sich durch externe Kräfte neu und stellt sich bei einer bestimmten Temperatur wieder selbst her", erklärte der Direktor des Forschungsinstituts Jiang Xian. Bereits in den 60-er Jahren entdeckten Wissenschaftler, dass Titan-Nickellegierungen eine Art Speicherfunktion besitzen. In Folge wurde eine Satelliten-Antenne entwickelt, die sich automatisch ausdehnt. Die Antennen haben ursprünglich die Größe einer menschlichen Hand, können aber im Weltall eine Höhe von vier bis fünf Metern erreichen.

Aufgrund der hohen Kosten konnte das Metall für alltägliche Geräte nicht eingesetzt werden. Nach Ansicht der Forscher ist dies nun gelungen. "Zudem wurde auch die Temperatur, bei der sich das Metall an seine Urform erinnert, auf Körpertemperatur herunter reguliert", erklärte Jiang. Dadurch wurde auch die Bildung einer künstlichen Speiseröhre aus Metall für Patienten mit Ösophagus-Krebs möglich. Diese dehnt sich im Hals aus und schrumpft, wenn sie auf Eis liegt. Dadurch können Patienten die Speiseröhre einfach einsetzen und herausnehmen. (pte)

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