Unilever: Greenpeace protestierte gegen Massentierhaltung

30. August 2001, 19:33
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Zahlreiche verendete Puten für die Unilever-Marke "Du darfst"

Hamburg - Aus Protest gegen die Massentierhaltung haben 40 Greenpeace-Aktivisten vor der Hamburger Zentrale des Nahrungsmittelkonzerns Unilever zahlreiche tote Puten abgelegt. Die den Umweltschützern zufolge im Stall verendeten Tiere sollen vom Mastbetrieb Heidemark stammen, die Puten für die Unilever-Marke "Du darfst" produziere. Nach mehreren Stunden beendete die Polizei die Aktion. Unilever wies darauf hin, dass der kritisierte Betrieb als Musterbetrieb gelte.

Greenpeace montierte eine Plakatwand mit einer Pute aus Massentierhaltung, deren Beine in der Mast verkrüppelt wurden. In Anspielung auf den "Du darfst"-Werbespruch steht auf der Plakatwand "Ich will nicht so bleiben, wie ich bin". Greenpeace forderte von Unilever, dass der Konzern von seinen Fleischlieferanten schärfere Mindeststandards im Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz einfordert.

Die Tiere stehen laut Greenpeace dicht an dicht in riesigen, dreckigen Mastställen. Dadurch verbreiteten sich Infektionskrankheiten besonders schnell. Statt den Tieren von vornherein mehr Platz zu gewähren, werden sie über ihr Tränkenwasser mit Schmerzmitteln sowie mit Antibiotika voll gepumpt. "Bisher hat Greenpeace außer wildem Aktionismus und Stammtischparolen noch keine echten inhaltlichen Beiträge zur fachgerechten Putenzucht geliefert", sagte ein Konzernsprecher. (APA)

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