Leguan "Spon" war auf Urlaub

30. August 2001, 20:12
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Strenge Import- und Haltungskontrollen für exotische Wildtiere

Wien - Seine Besitzerin hatte "Spon", jenen Leguan, der Dienstagnachmittag in Wien auf der Straße aufgetaucht war, vorübergehend in Pflege gegeben. Aus seinem Urlaubsdomizil ist das exotische Wildtier aber dann ins Freie abgehauen und - weil unterkühlt und kraftlos - ohne Gegenwehr von Polizisten im 18. Bezirk geborgen worden. Jetzt ist "Spon" im Haus des Meeres untergebracht und wartet auf die Rückkehr in sein Terrarium in Floridsdorf.

Dorthin zurück kommt er aber erst, wenn seine Besitzerin vom Bezirksamt nun nachträglich die Bewilligung für die Haltung des Tieres besorgt hat. Sie hat das Tier selber von jemandem übernommen, der den einen Meter langen Leguan loswerden wollte.

Die Einfuhr von Wildtieren wird von der Zollbehörde mittels EU-Liste, auf der geschütze Tiere genannt sind, gehandhabt. Die Haltung der Tiere ist Ländersache.

Giftige Exoten verboten

In Wien etwa regelt das Tierschutzgesetz: Kleine exotische Tiere wie Geckos oder kleine Echsen dürfen von Privaten ohne Bewilligung gehalten werden. Schildkröten, Chamäleons, Leguane (bis maximal ein Meter) sowie ungiftige Schlangen (bis maximal drei Meter Länge) dürfen in Terrarien zu Hause gehalten werden. Generell verboten ist das Halten giftiger Exoten.

Hermann Gsandner, Referatsleiter beim Wiener Veterinäramt, berichtet von regelmäßigen Wohnungskontrollen. "Etwa einmal pro Jahr schauen wir nach, ob die Größe des Terrariums noch passt, Fütterung, Klima, Winterruhe für die Tiere eingehalten werden." Wird von Besitzern gegen diese per Bescheid definierten Richtlinien verstoßen, können Strafen bis zu 100.000 Schilling verhängt werden. Meistens werde nur verlangt, so Gsandner, dass die Lebensbedingungen für die Tiere zu verbessern seien.

Rund 300 Bewilligungen gibt es in Wien. Eine Dunkelziffer, wie viele ohne Bewilligung gehalten werden, wagt Gsandner nicht zu nennen, er hält sie aber "für sehr hoch".(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. 8. 2001)

Von Andrea Waldbrunner
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