Größte eintretende Verkehrsverstopfung

31. August 2001, 15:14
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Superstau für Wochenende prognostiziert

Wien - Reisende, heißt es, soll man nicht aufhalten. Und Rückreisende? Für die gilt der Spruch allemal. Bloß - trachteten alle Anrainer, Straßenmeister, ja sogar Gendarmen dieser Republik am nächsten Wochenende danach, die aus allen Richtungen heranrollenden (Rück-)Reisenden in einem Schwung durch Österreich zu bringen, es nützte nichts. Weil: Manchmal halten die Reisenden einander selber auf. Und dann ist Stau.

Ein letztes Mal in dieser Saison soll es kommenden Samstag und Sonntag laut den Automobilklubs für viele Urlauber eine erzwungene Rast auf den so genannten Durchzugsstrecken der Republik geben. Der Grund dafür sei, dass in Ostösterreich, in fünf deutschen Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Hessen, Hamburg und Schleswig-Holstein), in Belgien, den Niederlanden, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien die Sommerferien zu Ende gehen.

(S-)Tauernautobahn

Wie immer wird die Tauernautobahn (A10) eine jener Strecken sein, die Autofahrer vor lauter Stillstand rasend werden lässt. ARBÖ und ÖAMTC prognostizieren Verkehrsüberlastungen auch auf der West- (A1), Ost- (A4), Inntal- (A12) und Brennerautobahn (A13) sowie auf den Strecken über den Fernpass und nach Füssen. Gerechnet wird auch mit langen Wartezeiten an den großen Grenzübergängen in den Südosten (Wullowitz, Drasenhofen, Klingenbach, Nickelsdorf, Heiligenkreuz, Kittsee, Berg, Spielfeld, dem Karawankentunnel und dem Loiblpass).

Kilometermäßig betrachtet wird die Fernpass-Bundesstraße (B189) mit der Tauernstrecke um den diesjährigen, größten tatsächlich eintretenden Verkehrs-SuperSTAU konkurrieren. Zwischen Imst und dem bayerischen Garmisch-Partenkirchen soll es dem ARBÖ zufolge auf 52 Kilometern zähflüssigen Verkehr geben. Dagegen nehmen sich die etwa zwischen Kufstein und Kiefersfelden prognostizierten 20 Kilometer Blechschlange fast wie eine geplante Pinkelpause aus.

Ein gewisses Tempo kommt zum Ende der Reisesaison unterdessen noch einmal in die Verkehrspolitik. Der Vorarlberger Verkehrsreferent Hubert Gorbach und sein steirischer Kollege Leopold Schöggl (beide FP) wollen das auf einigen Autobahnen bestehende Nachtgeschwindigkeitslimit von 110 km/h aufheben. Lärmarme Kfz machten die Beschränkung zu einem "Relikt aus vergangener Zeit". Länder und Verkehrsministerium sollten nun eine Stellungnahme zu dem Vorhaben abgeben. Ob sich die Pläne der beiden Landespolitiker bis ins Verkehrsressort durchgesprochen haben, scheint allerdings fraglich: Trotz mehrfacher Anfrage war man dort am Donnerstag nicht bereit, einen Kommentar dazu abzugeben.(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. 8. 2001)

Von Christoph Prantner
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