Europas Börsen deutlich in der Verlustzone

30. August 2001, 18:22
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Keine Unterstützung durch EZB-Zinssenkung - Belastung durch US-Börsen

Wien - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag mit deutlich schwächeren Kursen geschlossen. Die größten Abschlägen mußten die Börsen in Paris (minus 2,7 Prozent) und Madrid (minus 2,3 Prozent) und in Frankfurt (minus 2,9 Prozent), verzeichnen. Die deutsche Börse erreichte damit den tiefsten Stand seit Oktober 1999.

Keine Unterstützung brachte die Reduktion der Leitzinsen im Euro-Raum durch die Europäische Zentralbank. Deutliche Belastung kam von den US-Börsen. Der Dow Jones rutschte erstmals seit April unter 10.000 Stellen und die Technologiebörse Nasdaq stürzte im Verlauf um über drei Prozent.

Technologiesektor unter Druck

Im Branchenvergleich präsentierte sich im Europa der Technologiesektor wiederholt am tiefsten in der Verlustzone. Ebenfalls deutlich unter Druck befand sich der Telekomsektor. Kein einziger Sektor präsentierte sich am Berichtstag im positiven Terrain.

Unter allen im Euro-Stoxx-50 vertretenen Einzeltitel stürzten Alcatel um weitere 7,4 Prozent. Nokia mussten um 5,7 Prozent abgeben. Deutsche Telekom, Siemens und France Telecom verschlechterten sich jeweils um etwa fünf Prozent. Gegen den Trend konnten lediglich drei Indexkomponenten zulegen. Münchner Rück legten nach positiven Zahlen um 0,4 Prozent zu.

Die Swissair Group, die an der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines 10 Prozent der Anteile hält, hat auch im 1. Halbjahr 2001 einen dreistelligen Millionenverlust eingeflogen. Zur Gesundung werden deshalb bisher profitable Geschäftszweige verkauft und rund 1.250 Arbeitsplätze abgebaut. Das gab Konzern-Chef Mario Corti bekannt. An der Zürcher Börse gab das Papier um fast neun Prozent ab. (APA)

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