Wütende US-Autofahrer trieben Selbstmörderin zu Sprung von Brücke

30. August 2001, 17:00
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Pendler im Stau: "Spring endlich du Schlampe"

Washington - Autofahrer auf einer vom Verkehr verstopften Brücke im amerikanischen Seattle haben eine junge Frau zum Selbstmord getrieben. "Spring endlich, du Schlampe", riefen wütende Pendler, die im Stau standen, nachdem die Polizei eine Spur abgesperrt hatte, um sich der Frau zu nähern.

Nach wenigen Minuten sprang sie 50 Meter in die Tiefe in einen See. Wie die Zeitung "Seattle Post-Intelligencer" am Donnerstag berichtete, überlebte die 26-Jährige den Selbstmordversuch und wurde mit schweren Brust- und Bauchverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die städtischen Behörden zeigten sich entsetzt über das Verhalten der Autofahrer, ebenfalls zahlreiche Einwohner Seattles: Sie sandten der Frau, die sich wegen Beziehungsproblemen zum Selbstmord entschlossen hatte, Dutzende Blumensträuße ins Krankenhaus.

Doch viele Pendler waren auch am Tag darauf noch wütend. In E-Mails und Telefonanrufen warfen sie der Frau vor, sich für ihren Selbstmordversuch eine der stau-anfälligsten Straßen Seattles ausgesucht zu haben. (APA/dpa)

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