USA finanziert Umgehung der chinesischen Internetzensur

30. August 2001, 16:43
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"Voice of America" plant Internet-Offensive in der Volksrepublik

Das International Broadcasting Bureau (IBB), die zuständige US-Behörde für den Radiosender "Voice of America" (VOA), dehnt seine Aktivitäten auf das Internet aus. Wie die New York Times berichtet, will die Behörde Technologien zur Umgehung der Internetzensur in China finanzieren.

Finanzierung von neuen Rechnern

IBB verhandelt zurzeit mit dem US-Unternehmen Safeweb, um ein spezielles Service für die Volksrepublik China zu installieren. Die Behörde plant die Finanzierung von neuen Computern für Safeweb, die mit einer eigenen für chinesische User optimierten Software bestückt werden. Zusätzlich will das IBB einen Teil der Leitungskosten von Safeweb übernehmen, aber nicht selbst als Host für das Service aktiv werden. Der US-Kongress hat für das kommende Jahr fünf Mio. Dollar für die verstärkte Informationstätigkeit von VOA bewilligt. 800.000 Dollar sind dabei für Internet-Maßnahmen vorgesehen. Die Internet-Strategie von VOA gegenüber China sieht einen täglichen Newsletter mit 180.000 Abonnenten und eine eigene chinesische Webseite vor.

Bisher ungefähr hundert Server

Safeweb betreibt bereits ein weltweites Netz von ungefähr hundert Servern zur Umgehung von Internetzensur. Die Server helfen dem Benutzer geblockte Server zu erreichen, indem sie die Ziel-URL verschleiern. Das Service "Triangle Boy" selbst wurde allerdings in den vergangenen Wochen von den chinesischen Behörden immer wieder blockiert. Die Finanzhilfe der IBB soll es Safenet ermöglichen, die Internet-Adresse ihrer Server ständig zu ändern, damit sie nicht mehr so leicht von den chinesischen Behörden gesperrt werden können.

Blockadevorschriften

Die chinesische Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen ihre Kontrolle über das Internet zu sichern. So wurden seit April mehrere tausend unlizenzierte Internet-Cafes geschlossen. Chinesische ISPs sind verpflichtet, den Zugang zu Seiten mit regierungskritischen Inhalten zu blockieren. Zu den gesperrten Seiten gehören unter anderem Amnesty International, Human Rights Watch, The Washington Post oder Seiten der Falun Gong-Bewegung. (pte)

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