Ausgebüchster Leguan im Haus des Meeres untergebracht

30. August 2001, 19:23
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Eigentümerin muss sich Genehmigung zur Haltung besorgen

Wien - Das "Haus des Meeres" in Wien beherbergt derzeit einen "Findel-Leguan". Der Meter lange Exote war Dienstag Nachmittag verlassen in der Währinger Anastasius-Grün-Gasse entdeckt worden.

Reptilienpflegestation

Polizisten transportierten die Echse zunächst ins Tierschutzhaus, von dort wurde der Leguan in der vom Verein "Blauer Kreis" betriebenen und im "Haus des Meeres" angesiedelten Reptilien-Pflegestation gebracht. Gestern, Mittwoch, Nachmittag hat sich glücklicherweise die Eigentümerin des Tieres gemeldet. Sie hatte "Spon" kurzfristig auf einem Pflegeplatz in Währing untergebracht, und von dort war das Tier ausgebüchst.

Bewilligung des Veterinäramts

Bis "Spon" wieder an seinen angestammten Platz in Floridsdorf zurückkehren darf, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Seine Eigentümerin muss sich nämlich, wie Evelyn Kolar vom "Blauen Kreis" sagte, erst noch die erforderliche Bewilligung des Veterinäramts zur Haltung des Leguans besorgen. Die Frau hatte das Tier ihrerseits von einem Bekannten übernommen, der sich nicht mehr in das Lage sah, die Echse zu betreuen. Der etwa eineinhalb Meter lange Exote ist wohlgenährt und derzeit einer von fünf Leguanen, die beim "Blauen Kreis" Zuflucht gefunden haben.

Betreuung beschlagnahmter Tiere

Der Verein betreut nicht nur entlaufene Reptilien, sondern auch solche, die zum Beispiel den Haltern weggenommen oder vom Zoll beschlagnahmt worden sind. So hat Evelyn Kolar seit knapp drei Wochen einen Leguan in Obhut, dem der Grenzübertritt von der Slowakei nach Österreich verwehrt wurde. Der Besitzer wollte mit ihm eigentlich nach Amsterdam fahren, hatte aber nicht die erforderlichen Genehmigungen. Der "slowakische" Leguan ist nach der Schilderung der Reptilien-Expertin ein besonders großer Menschenfreund: "Jedes Mal, wenn ich das Terrarium öffne, kommt er her, klettert an mir hinauf und will dann spielen."

Ein Leguan braucht ein zwei Mal zwei Metern großes Terrarium

Die als kontaktfreudig geltenden Leguane sind legal im Zoofachhandel erhältlich. Evelyn Kolar: "Das Problem ist, dass sie als kleine, putzige Tiere gekauft werden. Wenn sie wachsen, werden sie ihren Haltern dann oft zu viel." Junge Leguane ernähren sich laut der Expertin vorwiegend von Insekten und kleinen Säugern, später vorwiegend vegetarisch, also von Obst, Gemüse und Kräutern, wobei Löwenzahn als besondere Delikatesse gilt. Artgerecht untergebracht sind sie in einem Terrarium mit großem Wasserbecken und dicken Ästen zum Klettern. Für einen eineinhalb Meter langen Leguan sei, wie Evelyn Kolar erläuterte, Terrarium im Ausmaß von zwei Mal zwei Metern erforderlich. (APA)

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