Leukämie bei Kindern durch elektromagnetische Felder

30. August 2001, 14:37
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Möglicherweise auch für Fehlgeburten mitverantwortlich

München - Für die Erkrankung an Blutkrebs (Leukämie) bei Kindern gibt es offenbar ein Risiko durch zu starke elektromagnetische Felder. Prof. Erich Wichmann, der Direktor des deutschen Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit (GSF), stellte am Donnerstag in München Ergebnisse einer Studie vor, wonach sich das Leukämie-Risiko oberhalb einer elektromagnetischen Feldstärke von 0,4 Mikro-Tesla verdreifacht. Dies würde bedeuten, dass ein Prozent aller Leukämieerkrankungen bei Kindern in Deutschland der "Exposition durch elektromagnetische Felder" zuzuschreiben sei.

Wichmann nannte die Studie um den Mainzer Wissenschafter Jörg Michaelis "sehr solide". Der gegenwärtige Grenzwert für elektromagnetische Felder im Haushalt liegt nach GSF-Angaben bei 100 Mikro-Tesla. Er befinde sich zur Zeit in Überarbeitung und soll gesenkt werden.

Geräte mit hoher Stromspannung

Elektromagnetische Felder im Haushalt entstehen durch Geräte mit sehr hoher Stromspannung, durch Heizkissen, Radio- und Fernsehgeräte, Haartrockner, Ventilatoren oder Nachtstromspeicherheizung und in der Nähe von Hochspannungsleitungen. Wichmann wies auch auf eine US-Studie an 177 Frauen mit Fehlgeburten und 550 Kontrollpersonen hin, wonach in der am höchsten mit elektromagnetischen Feldern belasteten Gruppe das Risiko für Fehlgeburten erhöht war. Eine Bestätigung dieser Ergebnisse durch andere Studien stehe jedoch noch aus.

Vom 2. bis 8. September werden sich in Garmisch-Partenkirchen rund 1.100 Wissenschafter zur ersten internationalen Tagung "Umwelt und genetische Einflüsse auf die menschliche Gesundheit" in Deutschland treffen. Dort sollen unter anderem die Studien über die Folgen von elektromagnetischen Feldern ausführlich vorgestellt werden. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Forschung über Luftschadstoffe sein.

Eine Prager Studie mit 5.882 schwangeren Frauen in Raucherhaushalten ergab, dass ein direkter Zusammenhang von Passivrauchen und dem Geburtsgewicht der Neugeborenen besteht. Die Kinder wogen im Durchschnitt bei der Geburt um 41 Gramm weniger als Kinder von Schwangeren ohne Passivraucheffekt. Das entspreche einem Effekt von einer bis zehn Zigaretten täglich, sagte Wichmann. (APA)

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