2006 steht im Zeichen von Mozart

30. August 2001, 14:05
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Und soll mit allen Mozartopern aufwarten

Salzburg - Für das Mozartjahr 2006 plant Ruzicka ein ehrgeiziges Projekt: Alle 22 Bühnenwerke des Komponisten sollen aufgeführt werden. Man wolle dabei die ganze Bandbreite der Mozartinterpretationen zeigen, kündigte Ruzicka an. Mit der Produktion von jeweils einer Richard Strauss-Oper pro Saison will Ruzicka den Mitbegründer des Festivals ehren und dazu beitragen, dass eine Neubewertung seines Schaffens vorgenommen wird. Gestartet wird 2002 mit "Liebe der Danae" unter Christoph von Dohnanyi. Regie führt Günter Krämer. Ruzicka plant für die weiteren Jahre "Daphne", die "Ägyptische Helena" sowie 2004 den "Rosenkavalier".

Harnoncourt wurde auch für künftige Saisonen gewonnen: 2003 gibt es einen neuen "Titus" - so wie "Giovanni" in einer Inszenierung von Martin Kusej -, 2005 ist zur Einweihung des neuen Mozart-Hauses "Die Hochzeit des Figaro" geplant. Mit zentralen Opernwerken des 19. Jahrhunderts - im kommenden Jahr Puccinis "Turandot" - setzt Ruzicka einen weiteren Schwerpunkt im Programm. Es gehe ihm dabei um Neudeutungen scheinbar vertrauter Werke. Österreichischen Exilkomponisten ist eine Programmsäule gewidmet: Alexander Zemlinsky, Franz Schreker, Erich Wolfgang Korngold und Egon Wellez sollen in dieser von Kent Nagano geleiteten Reihe auf die Bühne gebracht werden. Für 2002 ist "Der König Kandaules" von Zemlinsky vorgesehen. Werke der anderen Exilkomponisten werden eine Programminsel im Konzertbereich bilden.

Neues Musiktheater wird 2002 mit Helmut Lachenmanns "Mädchen mit den Schwefelhölzern" in einer Klang-Bild-Installation vertreten sein. In dieser Reihe plant Ruzicka für 2003 eine neue Oper von Hans Werner Henze. Olga Neuwirth arbeitet gemeinsam mit Elfriede Jelinek an einer Oper, ein Werk von Matthias Pintscher sei in Planung.

Schwerpunkt mit unvollendeten Werken

Das Konzertprogramm werde sich in enger Verbindung mit den Opernproduktionen bewegen, sagte Ruzicka. Programminseln kreisen um bestimmte Ideen: So wird es einen Schwerpunkt mit unvollendeten Werken geben. In dieser Reihe gibt es unter anderem Bruckners Neunte, die Harnoncourt in einem Werkstattkonzert vorstellen wird. Mahlers Zehnte unter Riccardo Chailly ist ebenso vorgesehen wie Luciano Berios "Rendering" über kompositorische Bruchstücke von Schubert und Mozart-Fragmente.

Das Schauspielprogramm wird mit der Uraufführung von Peter Turrinis "Da Ponte in Santa Fe" in der Regie von Claus Peymann eröffnet. Der Schwerpunkt österreichischer Autoren im Landestheater wird mit Schnitzlers "Das weite Land" begonnen. Flimm stellte klar, dass die Pernerinsel als Spielstätte erhalten bleibe. 2002 wird der Choreograf Joachim Schlömer mit der Uraufführung von "The day I go to the body" sowie der Präsentation von "Senza Fine" gezeigt. Flimm plant eine "kleine Reihe", in der Aspekte modernen Tanztheaters in Salzburg gezeigt werden sollen. Im Rahmen des Projektes "Meisterklasse" werden Nachwuchskräfte im Rahmen der Sommerakademie in das Festival eingebunden. Das Projekt "Dichter zu Gast" werde fortgesetzt, kündigte Flimm an.

Ruzicka will sich auch der Jugendarbeit widmen. Sein Ziel ist es, für jede Vorstellung jeweils 100 Karten zum Kinopreis für Jugendliche zur Verfügung zu stellen. Ein Sponsor wird noch gesucht. (APA)

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