Schwerpunkt Mozart und Strauß

30. August 2001, 13:50
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Neuer künstlerischer Leiter des Festivals, Peter Ruzicka, legt Linie vor

Salzburg - Mozart und Strauss, Neuinterpretationen von zentralen Opernwerken des 20. Jahrhunderts sowie Werke von Exilkomponisten sind die großen Linien, die sich bis 2006 durch das Opernprogramm der Salzburger Festspiele ziehen werden. Das kündigte der neue künstlerische Leiter des Festivals, Peter Ruzicka, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit dem künftigen Direktorium an. Ein roter Faden, der schon im kommenden Sommer spürbar sein wird: Nikolaus Harnoncourt wird die Eröffnungsproduktion "Don Giovanni" mit den Wiener Philharmonikern leiten.

"Festival im Festival"

Einen Schwerpunkt österreichischer Autoren plant Schauspielchef Jürgen Flimm im Landestheater. Auf der Pernerinsel werde künftig Tanztheater gezeigt werden. Ein "Festival im Festival" soll die Präsentation des jeweiligen Preisträgers des deutschen Theaterfestivals Mühlheim sein. Wer dies sei, stehe jeweils erst im Juni fest. Deshalb sei dieses Projekt besonders spannend. Neue Regisseure will Flimm in einer eigenen Programmschiene im Stadtkino zeigen. Fünf bis sechs junge Theatermacher werden bei einem "Young Directors Project" eingeladen, ihre Produktionen in Salzburg zu zeigen. Am Ende werde ein Preis vergeben, kündigte Flimm an.

"Jedermann" neu

Christian Stückl soll den neuen "Jedermann" inszenieren. Es werde "kein Fledermann und keine Jedermaus" werden, beruhigte der Schauspielchef. Es werde ein "wunderbarer, schöner Jedermann". Drei Besetzungen stehen schon fest: Peter Simonischek als "Jedermann", Veronika Ferres als "Buhlschaft" und Sunnyi Melles als "Glaube".

Keine "Dekonstruktion" von Werken

Der "Dekonstruktion" von Werken erteilte Ruzicka eine Absage: Die "Fledermaus" wäre der "Schwanengesang des dekonstruierenden Musiktheaters" gewesen. Es sei notwendig gewesen, den Kreis der Dekonstruktion zu Ende zu gehen. Nun orte er eine "Zeitenwende", wo die Instanz des Werkes wieder mehr Bedeutung zu erhalten scheine. Es gehöre zu den Verdiensten Salzburgs, dass von hier Tendenzen ausgehen, meinte der künftige künstlerische Leiter.

Klarheit gibt es nach der Pressekonferenz auch über die Zukunft des "Zeitfluss"-Festivals: Ruzicka erklärte, dass man künftig getrennte Wege gehen werde. Er plane ab 2003 eine eigene Programmlinie unter dem Titel "Salzburg Passagen". Diese sei der neuen Musik und den Grenzgängen zu den neuen Medien gewidmet. (APA)

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