UTA hofft aufs große UMTS-Geschäft

30. August 2001, 18:04
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Börsepläne weiter auf Eis - Mobilfunkpartnerschaft bis Jahresende geplant

Der Wiener Festnetz- und Internetanbieter UTA Telekom AG hofft aufs große Geschäft mit der dritten Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), die ab 2002 europaweit eingeführt werden soll. "Wir führen derzeit mit allen Mobilfunkbetreibern Gespräche über Kooperationen", sagten die beiden UTA-Vorstande Romed Karre und Johannes Schwertner am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Umsatz gewachsen

Der Umsatz der UTA soll im Gesamtjahr 2001 von 2,1 Mill. S auf 3,3 Mrd. S (240 Mill. Euro) steigen, 2002 will das Unternehmen ein positives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) erzielen. Noch im März hatte die UTA 3,5 Mrd. S-Jahresumsatz für heuer prognostiziert. Der Preisverfall und die Konjunkturschwäche wirkten sich jedoch negativ auf das Geschäft aus, meinte Schwertner. Im ersten Halbjahr ist der Umsatz um 59 Prozent auf 1,5 Mrd. S gewachsen.

Bis Jahresende baut die UTA nun 11 Prozent der Mitarbeiter - rund 70 Beschäftigte - ab, ein weiterer Personalabbau könne nicht ausgeschlossen werden, so Karre. Die UTA beschäftigt derzeit 786 Mitarbeiter. Die Börsepläne des Unternehmens lägen angesichts des ungünstigen Börseklimas weiter auf Eis, so Schwertner.

Mobilfunk

Bis spätestens Jahresende will die UTA die Verhandlungen über eine Mobilfunkparnterschaft abschließen, sagte Karre. Ein Ziel sei eine Vertriebskooperation für KMU-Produkte, möglich seien ein oder mehrere Partner. Mit One besteht bereits eine Kooperation für ein Großkundenprodukt. Für das UMTS-Geschäft will die UTA ihre Leitungen an alle Mobilfunkbetreiber vermieten: "Die UMTS-Netze werden wie die bisherigen Handynetze zu zwei Dritteln aus Festnetz bestehen. Daher versuchen wir, möglichst viel Verkehr auf unser Netz zu bekommen", betonte Karre.

Unter anderem gebe es auch mit der Telefonica-Tochter European Telecom Gespräche über eine UMTS-Kooperation, an einen Einstieg der Telefonica bei der UTA sei aber nicht gedacht: "Von der Swisscom und den österreichischen Eigentümern gibt es keine Verkaufsabsichten. Über mögliche Partnerschaften gibt es aber laufend Gespräche", so Karre. Die UTA gehört seit der Netway-Übernahme im November 2000 zu 45,5 Prozent und einer Aktie der Swisscom, zu 45,5 Prozent minus einer Aktie den Landesenergieversorgern (Vtöb) und zu 9 Prozent der Raiffeisengruppe.

Künftiges

Künftig will sich die UTA stärker auf das Internet-Privatkundengeschäft, auf die KMU-Entbündelung und auf das Lösungsgeschäft für Großkunden konzentrieren, kündigte Schwertner an. Die UTA habe bisher 85 Standorte entbündelt, bis Mitte 2002 soll die Entbündelung mit 125 Standorten abgeschlossen sein.

55 Prozent des UTA-Umsatzes entfallen auf das Telefoniegeschäft, 26 Prozent auf den Datenbereich und 19 Prozent auf das Internetsegment. Die Zahl der privaten Telefoniekunden soll bis Jahresende von derzeit 360.00 auf 400.000 steigen, die Zahl der privaten Internetkunden von derzeit 305.000 auf 350.000. Die UTA hat derzeit 22.700 Geschäftskunden, auf die 41 Prozent des Umsatzes entfallen. Die UTA liege im Privatkunden-Telefonmarkt Kopf an Kopf mit tele2, bei Geschäftskunden sei die UTA Marktführer, sagte Karre. Im Internetmarkt liege die UTA an zweiter Stelle nach der Telekom Austria-Tochter jet2web Internet (A-Online).

Scharfe Kritik übte Karre am Rundfunk- und Telekom-Regulator (RTR): "Die derzeitige Rechtslage begünstigt einen Missbrauch der Telekom Austria, die mit nicht genehmigten Tarifen agiert". Außerdem gebe es Hinweise darauf, dass die Telekom ihren Großkunden nicht genehmigte Rabatte biete. Auch der Entwurf für die neue Wettbewerbsbehörde verbessere die Bedingungen nicht: "Wir brauchen eine schlagkräftige Wettbewerbsbehörde mit ausreichender Marktkenntnis und schneller Entscheidungskraft", betonte Karre. (APA)

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