Neuer Rekord von 2.321 TeilnehmerInnen

30. August 2001, 13:41
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"Kommunikation und Vernetzung" ist Generalthema für 2002

Alpbach - Einen neuen Teilnehmerrekord von 2.321 Besuchern meldet heuer das Europäische Forum Alpbach. Gegenüber dem Vorjahr seien um etwa ein Viertel mehr Besucher gekommen, sagte der Präsident des Veranstalters "Österreichisches College", Erhard Busek, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Alpbach. "Das ist ungefähr das Limit", fügte er hinzu. Das Generalthema des nächsten Forums vom 15. - 31. August 2002 lautet "Kommunikation und Vernetzung".

Busek sprach von einem "Forum der Rekorde". Die heuer unter dem Motto "Europa - Vision und Wirklichkeit" stehende Tagung dauert noch bis Samstag. "Die Leute bleiben länger", schloss Busek aus der gestiegenen Zahl von Anmeldungen für mehrere Programmblöcke (heuer insgesamt 3.364). Als "besonderer Hit" habe sich mit einem Besucherzuwachs von 78 Prozent das "Politische Gespräch" erwiesen, das heuer vom deutschen Ex-Kanzler Helmut Kohl eröffnet wurde. Zuwächse verzeichneten auch das "Benchmarking" (42 Prozent), die "Technologiegespräche" (37 Prozent) und die "Wirtschaftsgespräche" (27 Prozent).

Mit Netzwerken von Gehirnstrukturen bis zu nichtsaatlichen Organisationen (NGO) will sich das Forum Alpbach im nächsten Jahr beschäftigen. Busek will europäische und internationale Netzwerke untersuchen, so etwa internationale Rechtsstrukturen wie das UNO-Tribunal in Den Haag oder die Verbindung von militärischen und zivilen Aspekten beim Krisenmanagement. Aus wirtschaftlicher Sicht sei die Vernetzung im Bankenwesen, die steigende Zahl von Unternehmensfusionen, die Folgen der Euro-Einführung und die nächste Verhandlungsrunde in der Welthandelsorganisation (WTO) zu diskutieren. "Europa kann keine Nabelschau mehr betreiben", sagte Busek. Die Globalisierung und Vernetzung von Finanzmärkten werfe auch ethische Fragen auf, ergänzte der Generalsekretär des College, Richard Kruspel. Die heuer erstmals veranstalteten "Architekturgespräche" sollen 2002 wieder stattfinden.

Ein Ziel des Forum Alpbach ist eine stärkere Internationalisierung, in diesem Jahr waren bereits Teilnehmer und Referenten aus 34 Nationen vertreten. Dieser Trend führe dazu, dass Englisch immer mehr zur Konferenzsprache wird, sagte der Vizepräsident des College, der Physiker Erich Gornik. Nach Ansicht von Busek ist es gelungen, "das Antlitz, des Europäischen Forum Alpbach zu verjüngern". Mit 300 Stipendiaten - davon viele aus den mittel- und osteuropäischen Reformstaaten - habe das Forum eine Zukunftsperspektive. "Das ist mindestens genau so wichtig wie Ministerbesuche. Hier werden Strukturen aufgebaut, die länger halten", betonte Busek.

Mit dem Pilotprojekt "eForum Alpbach" wurde heuer erstmals eine virtuelle Diskussionsplattform gestartet, die nicht mehr den zeitlichen und räumlichen Begrenzungen der Tagung unterliegt. Teilnehmer des Jugendprogramms "Junior Alpbach" sowie der Wirtschafts- und Mediengespräche sollen dabei die Möglichkeit haben, Diskussionen mit Referenten im Internet noch bis Ende September weiterzuführen, sagte die zweite College-Vizepräsidentin Kathryn List. (APA)

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