Recruitment-Messen

21. November 2001, 09:25
posten

Personalisten warten dort auf junge Karrieristen, die offensiv ihren Traumjob suchen

Die Zeiten, in denen Unternehmen ihren Nachwuchs ausschließlich durch Anzeigen gesucht haben, sind vorbei. Recruitingmessen gehören mittlerweile zum Standardrepertoire, um qualifizierte Nachwuchskräfte anzusprechen und als Mitarbeiter zu gewinnen.

Die Messe - unverbindlich und lockere Atmosphäre

Arbeitgeber und junge Uni-Absolventen suchen immer neue Wege zueinander. Recruitment-Messen, die von Fachschaften und Universitätskomitees organisiert werden, sind für beide Seiten eine Chance, ins Gespräch zu kommen. Recruiter und Studenten treffen sich dort unverbindlich. Die Organisatoren versuchen, eine möglichst lockere Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Managerelite von heute und ihre potenziellen Nachfolger ohne Zeit- und Entscheidungsdruck beschnuppern können. Das Geschäft zahlt sich aus – für den akademischen Nachwuchs und für die Firmen. Denn die Vermittlungsquoten sind hoch.

Auch ein Messebesuch muss geplant werden

Wenn Sie an einer Recruiting-Veranstaltung teilnehmen wollen, sollten Sie Ihren Auftritt planen, denn Selbstpräsentation will vorbereitet sein. Mehr noch als bei einer schriftlichen Bewerbung oder einem Telefonat kommt es bei Messen darauf an, sich zu verkaufen.

Vorbereitung

  1. Formulieren Sie Ihre persönlichen, beruflichen und fachlichen Qualifikationen überzeugend. Überlegen Sie möglichst genau, was die Zukunft beruflich bringen soll.
  2. Informieren Sie sich bereits vorher, welche der ausstellenden Unternehmen für Sie interessant sind. Bereiten Sie sich auf diese überschaubare Zahl vor, suchen Sie nach Informationen im Internet und auf Firmenfoldern. Versuchen Sie nicht, möglichst viele Firmen kennen zu lernen, sondern beschränken Sie sich auf die für Sie wichtigsten.
  3. Nehmen Sie mehrere komplette Bewerbungsmappen mit.

Welches Outfit zur Messe?

Wie immer gilt das Motto "Der erste Eindruck kommt in wenigen Sekungen zustande und für einen zweiten Eindruck fehlt meist die Zeit".

Wählen Sie ein professionelles Business-Outfit, das zu Ihnen passt. Verkleiden Sie sich aber nicht. Studenten brauchen nicht mit Anzug und Stecktuch auftreten, zerfetzte Jeans wiederum sind zu leger. Überlegen Sie sich, was Sie darstellen wollen und nehmen Sie dann das Kleidungsstück aus Ihrem Kleiderkasten, das dieses Bild am besten erfüllt.

Der erste Kontakt

Der Blick: Suchen Sie schon dann Blickkontakt zu Ihrem Gesprächspartner, wenn Sie auf ihn zugehen. Weichen Sie seinem Blick nicht aus. Wenn Ihnen das schwer fällt, blicken Sie auf die Nasenwurzel des Gegenübers.

Gesicht: Das erfolgversprechendste Gesicht ist ein offener Blick zusammen mit einem Lächeln, das aber keinem Grinsen ähnlich sein soll. Wer sich auf das Gespräch freut und die Worte "Toll, ich hab es bis hierher geschafft" im Hinterkopf hat, dem fällt das richtige Lächeln sicher nicht schwer.

Körperhaltung: Selbstbewusstsein wird durch aufrechtes Stehen und Sitzen ausgestrahlt. Wackeln Sie nicht von einem Bein auf das andere und fuchteln nicht mit den Händen herum.

Stimme: Achten sie darauf, dass Ihre Stimme nicht zu hoch kling oder sich gar überschlägt. Diese Gefahr besteht besonders dann, wenn man nervös ist oder unter Stress steht.

Die Gesprächseröffnung

Versuchen Sie, das Gespräch für den Unternehmensvertreter interessant zu eröffnen. Fragen Sie nicht: "Was können Sie für mich tun?" sondern zeigen Sie, dass Sie sich mit dem Unternehmen und den Produkten beschäftigt haben, indem Sie konkrete Fragen stellen. Wenn sich ein für Sie interessantes Unternehmen auf der Messe präsentiert, nutzen Sie danach die Gelegenheit, die Personalisten anzusprechen und sie durch Fragen auf sich aufmerksam zu machen.

Egal, welche Methode Sie wählen, um zum Ziel zu gelangen – gehen Sie souverän, interessiert und zielstrebig vor. Schleichen Sie nicht am Stand herum.

Das Interview

Anders als beim klassischen Bewerbungsgespräch in einem Unternehmen kennt Ihr Gegenüber Ihre Unterlagen nicht. Bereiten Sie sich also darauf vor, die wichtigsten Punkte Ihres Lebenslaufs in Kürze wiedergeben zu können.

Häufig gestellte Fragen

  • Was hat Ihnen in Ihrer Ausbildung am meisten Spaß gemacht? Was am wenigsten?
  • Sie haben Geisteswissenschaften studiert und bewerben sich jetzt für eine Trainee-Position im Bereich Produkt-Management? Wie passt das zusammen?
  • Warum hat Ihr Studium so lange gedauert?
  • Warum sollten wir gerade Sie einstellen? Diese Frage wird eigentlich immer gestellt. Es geht um Ihre Selbsteinschätzung: Fassen Sie Ihre fachlichen und persönlichen Stärken nochmals kurz zusammen und bringen Sie sie in Zusammenhang mit den Anforderungen des Unternehmens. (red/Quelle:www.focus.de)
Share if you care.