"Es reicht, wir haben genug!"

30. August 2001, 13:17
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Betriebsräte der Kärntner Landesspitäler drohen mit Kampfmaßnahmen

Klagenfurt - Unter dem Motto "Es reicht, wir haben genug!" proben die Betriebsräte der Kärntner Landesspitäler den Aufstand. Hintergrund sind die Einsparungsmaßnahmen, die schon jetzt zu einer enormen Belastung der Mitarbeiter führen würden. Für September wurden daher gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen angekündigt.

"Es sollen insgesamt in den Kärntner Landesspitälern rund 600 Jobs eingespart werden", erklärte LKH-Zentralbetriebsratsobmann Gebhart Arbeiter: "Das nehmen wir nicht mehr hin." Vorerst werde man Betriebsversammlungen einberufen, aber auch Streiks seien nicht ausgeschlossen.

Der Betriebsrat fordert ein Ende der Rationalisierungsmaßnahmen, wo das Pflegepersonal bereits jetzt an der Grenze der Belastbarkeit angelangt sei, stellt sich gegen eine Ausgliederung von LKH-Servicebetrieben wie Werkstätte und Wäscherei und verlangt eine stärkere Kontrolle der Krankenhausmanager. Diese würden nämlich Millionen für Gutachten ausgeben, während beim Personal gespart werde.

Haider lenkt ein

Der Kärntner Landeshauptmann Haider kündigte angesichts der möglichen Proteste für den Herbst eine umfassende Reform im Spitalsbereich an. Er sprach sich für eine Aufstockung des Pflegepersonals aus, in anderen Bereichen seien jedoch Ausgliederungen vorstellbar.

Für Kärntens SPÖ-Vorsitzenden LHStv. Peter Ambrozy kommt ein weiterer Personalabbau in den Krankenanstalten nicht in Frage. Die Beschäftigten in den Spitälern würden ohnehin bereits am Limit arbeiten. Ein weiterer Abbau würde die medizinische Versorgung der Bevölkerung gefährden. Ambrozy: "Die Kärntner Krankenanstalten brauchen mehr Personal, nicht weniger". (APA)

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