Mazedonische Außenministerin fordert Verstärkung der OSZE-Mission

30. August 2001, 12:00
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Beobachter in Skopje sollen bei Stabilisierung der Lage helfen

Wien - Die mazedonische Außenministerin Ilinka Mitreva hat die Verstärkung der Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in ihrem Land zur Stabilisierung der Lage gefordert. Die OSZE solle zusätzlich zu den derzeit 26 Beobachtern weitere 25 Personen entsenden, sagte die Außenministerin vor den Vertretern der 55 OSZE-Mitgliedsstaaten beim Ständigen Rat der Organisation in Wien. Nach der Phase der Entwaffnung der "Terroristen" durch die NATO-Operation "Essential Harvest" (Wesentliche Ernte) dürfe kein Sicherheitsvakuum in Mazedonien entstehen, warnte Mitreva. Eine Entscheidung der OSZE über die Entsendung wird am Donnerstag erwartet.

Die mazedonische Regierung werde alles tun, um die Sicherheit der OSZE-Beobachter zu gewährleisten, versicherte die Ministerin. Manche Ereignisse könnten jedoch schwer vorhergesehen und verhindert werden. In diesem Zusammenhang sprach sie ihr Beileid für den britischen NATO-Soldaten aus, der in Mazedonien von Jugendlichen getötet worden war. Die OSZE-Mission habe sich schon bisher "sehr bewährt" und werde dies auch in Kooperation mit der NATO in Mazedonien weiter unter Beweis stellen, zeigte sie sich von der Effizienz der Mission überzeugt.

Am Rande des wirtschaftlichen Zusammenbruchs

Die Ministerin schilderte die noch immer äußerst schwierige Lage in ihrem Land: "Die Terroristen verletzten die Waffenruhe und foltern Zivilisten." Die "ethnische Säuberung" werde von den "Terroristen" fortgesetzt, das Land befinde sich auch am Rande des wirtschaftlichen Abgrundes. Daher appellierte sie eindringlich an die OSZE-Staaten, der Entsendung von weiteren Beobachtern zuzustimmen und Mazedonien finanzielle und wirtschaftliche Hilfe zu gewährleisten.

Treffen mit Ferrero-Waldner

Den Ursprung des Konflikts sieht die Außenministerin im benachbarten Kosovo. Die "Terroristen" der so genannten albanischen "Befreiungsarmee" (NLA) würden aus dem Kosovo kontrolliert und seien dort auch im internationalen Drogenhandel und Menschenschmuggel tätig. "Wir bezahlen den Preis für die Probleme im Kosovo", so die Außenministerin. Zwar gebe es in Mazedonien selbst durchaus noch Möglichkeiten, die Rechte aller Staatsbürger und aller ethnischen Gruppen zu verbessern. Der Weg der Integration sei jedoch noch bis vor sechs Monaten als "erfolgreiches Vorbild" des Zusammenlebens verschiedener Volksgruppen dargestellt worden. Die große Mehrheit der Bevölkerung lehne die Gewalt und den Konflikt entschieden ab, betonte sie.

Donnerstagnachmittag trifft Mitreva mit ihrer österreichischen Amtskollegin Benita Ferrero-Waldner zusammen. Anschließend ist eine Pressekonferenz vorgesehen. (APA)

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