Neue Reality-Shows im TV

30. August 2001, 15:12
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RTL II startet am Sonntag 28-teilige Insel-Show - RTL setzt am Montag mit nachmittäglicher Gerichts-Show nach

Im deutschen Privatfernsehen starten in den kommenden Tagen gleich zwei neue Reality-Shows: Am Sonntag (2. September, 20.15 Uhr) startet RTL II die auf 28 Teile angelegte Insel-Show "Gestrandet", tags darauf beginnt auf RTL die werktägliche Gerichts-Show "Das Jugendgericht" (3. September, 16 Uhr).

Insel vor Panama

14 Menschen, sieben Frauen und sieben Männer, müssen für "Gestrandet" auf der unbewohnten Insel Chapera im Perlen-Archipel vor Panama 60 Tage bei tropischer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit zurechtkommen. Nur Mineralwasser und Speiseöl wird ihnen gestellt. Der Lohn für den Sieger beträgt 100 000 Mark (51.129 Euro/703.553 S). Spartanisch ausgerüstet haben sie nur persönliche Bekleidung und ein Minimum an Nahrungsmitteln dabei. Vor Ort müssen sie sich ihr Essen selber beschaffen. Die Kandidaten - sie sind zwischen 22 und 41 Jahre alt - werden von einem Kamerateam beobachtet. Jede Woche geht es für die Teilnehmer um den Verbleib in der Gruppe. Einer von ihnen wird in den Versammlungen, die Moderator Pierre Geisensetter einberuft, abgewählt und muss die Insel verlassen.

Für RTL II ist "Gestrandet" der Versuch, ein weiteres Real-Life-Format zu etablieren. Mit Sendungen wie "To Club" oder "Big Diet", die beim Publikum auf geringen Widerhall stießen, hatte der Sender in diesem Jahr bereits weniger Glück. Von einer baldigen Neuauflage der Containershow "Big Brother" hat RTL II auch Abstand genommen.

Dritte Gerichtsshow im deutschen TV

Einen Tag darauf (3.9., 16 Uhr) startet RTL mit "Das Jugendgericht" nach "Streit um drei" (ZDF) und "Richterin Barbara Salesch" (SAT.1) die dritte werktägliche Gerichtsshow im deutschen TV. Im Herbst legt SAT.1 mit der "Court Show" eine vierte Variante nach. Neu im RTL-Projekt ist die Zielgruppe: Bei Richterin Ruth Herz kommen nur jugendlichen Delinquenten in den Gerichtssaal. Ziel der Richterin vom Amtsgericht Köln, die für ihr Fernseh-Engagement zwei Jahre lang beurlaubt wurde, ist es, "Justiz transparent zu machen, ohne dass die Beteiligten nachteilige Folgen befürchten müssen".

Die Beklagten sind junge Leute zwischen 14 und 21 Jahren. Sie haben Schlägereien in der S-Bahn zu verantworten, Autodiebstähle oder Handtaschenraube. Normalerweise sind Fernsehkameras bei Prozessen verboten, vor allem in Fällen, in die Jugendliche verstrickt sind. Bei Ruth Herz schlüpfen Laiendarsteller in die Rollen der Täter. "So können wir hautnah zeigen, was täglich in Deutschlands Gerichten passiert, ohne dass wir echte Beteiligte bloß stellen." (APA/dpa)

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