Leinsamen gegen Brustkrebs und Tomatensoße gegen Prostataprobleme

30. August 2001, 11:41
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In Mittelmeerländern kommen Prostatakrebs-Erkrankungen selten vor

Chicago/New York - Ein bis zwei Löffel Leinsamen pro Tag könnten älteren Frauen helfen, sich gegen Brustkrebs zu wappnen. Männer sollten dagegen reichlich bei Tomatensoße zugreifen, um Prostataproblemen möglicherweise vorzubeugen oder sie sogar zu lindern. Das rieten US-Forscher auf einer Tagung des Verbandes Amerikanischer Chemiker (ACS) in Chicago.

Versuche mit Leinsamen

Joanne Slavin von der Universität von Minnesota in St. Paul verordnete 28 älteren Nonnen täglich fünf beziehungsweise zehn Gramm Leinsamen und verglich ihre Blutwerte mit denen anderer Nonnen, die keinen Leinsamen einnahmen. Die Ölsaat reduzierte die Östrogene Estron-Sulfat und Estradiol im Blut der Frauen, die typisch sind für die Zeit nach den Wechseljahren. Aus früheren Studien ist bekannt, dass genau diese beiden Typen des weiblichen Hormons im Alter das Risiko von Brustkrebs erhöhen.

Drei viertel Tasse Tomatensoße täglich Phyllis E. Bowen und Kollegen von der Universität von Illinois in Chicago untersuchten eine Gruppe von 32 überwiegend afroamerikanischen Prostatakrebspatienten. Afroamerikaner haben die höchste Prostatakrebsrate weltweit. Bowen verordnete ihnen eine drei viertel Tasse Tomatensoße täglich und konnte bereits nach drei Wochen nachweisen, dass mit dem Krebs in Verbindung gebrachte Erbgutschäden abgenommen hatten. Außerdem reduzierte sich der Anteil des Eiweißstoffes PSA (Prostata Specific Antigen) im Blut der Männer.

Hoher Tomatenverzehr könnte auch der Grund dafür sein, dass Männer in den Mittelmeerländern vergleichsweise selten an Prostatakrebs erkranken. (APA/dpa)

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