BBAG auf der Suche nach "williger Braut"

30. August 2001, 18:49
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Deutlich besseres Ergebnis für 2001 erwartet

Wien - Die Brau-Beteiligungs AG (BBAG), Österreichs größter Getränkekonzern, sondiert auch nach der nicht zustande gekommenen Kooperation mit der Brauerei Beck den deutschen Biermarkt sehr genau. Kerngebiet des Konzerns bleibe zwar Zentral- und Osteuropa, sagte BBAG-Vorstandschef Karl Büche. Man müsse sich aber auch die Entwicklung in den EU-Märkten um Österreich genau ansehen.

Konsolidierung

Die Konsolidierung am deutschen Brauereimarkt sei in vollem Gange, viele Brauereien in Deutschland hätten aber noch nicht realisiert, "wie schnell der Zug der Konsolidierung unterwegs sei", sagte BBAG-Finanzvorstand Wolfgang Berger-Vogel. Eine Akquisition komme für die BBAG zwar nicht infrage, eine "Heirat" sei aber vorstellbar. "Dazu muss die Braut allerdings nicht nur schön, sondern auch willig sein" so Berger-Vogel. Es würden laufend Gespräche über Kooperationen geführt, "attraktive Bräute" wären etwa Warsteiner, Bitburger, Holsten oder Binding. Bei einer solchen Ehe müsse die "industrielle Führerschaft jedenfalls bei der BBAG bleiben", so Büche.

Im übrigen Westeuropa sei die Konsolidierung nahezu abgeschlossen, Kooperationen oder Akquisitionen daher unwahrscheinlich. Ganz im Gegensatz zu Zentraleuropa, wo die BBAG eine "ausgewogene Kombination von organischem Wachstum und Akquisitionen" anstrebt. Das Hauptaugenmerk liege auf den Balkanländern sowie Polen und der Slowakei.

"Jahr der Integration"

2001 bleibe aber das "Jahr der Konsolidierung und Integration" der neu erworbenen Brauereien in Polen und Rumänien. Nachdem diese Integration das Ergebnis im ersten Quartal 2001 deutlich belastet hatte, konnte der Rückgang zum Halbjahr klar kompensiert werden. In den ersten sechs Monaten wurde der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,2 Prozent auf 536,4 Mio. EURO (7,4 Mrd. S) gesteigert. Das Ergebnis lag mit 31 Mio. EURO knapp über Vorjahresniveau. Im Gesamtjahr werde man das Vorjahresergebnis von 50,5 Mio. EURO "deutlich übertreffen können". Realistisch sei ein Wachstum im "zweistelligen Prozentbereich", sagte Berger-Vogel. (zwi, DER STANDARD, Printausgabe 31.8.2001)

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