Milosevic-Anhörung vor UNO-Tribunal erneut vertagt

30. August 2001, 13:44
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Richter entzog Milosevic das Wort- Del Ponte plant weitere Anklagen gegen den Ex-Präsidenten

Den Haag - Schneller als geplant endete die zweite Vorführung von Slobodan Milosevic vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Richter Richard May entzog dem früheren Präsidenten Jugoslawiens kurz entschlossen das Wort, als dieser nicht aufhören wollte, den Gerichtshof illegal zu nennen und ausführlich über seine Haftbedingungen zu klagen. Der Prozess gegen Milosevic wegen Verbrechen im Kosovo soll nach den Vorstellungen des Gerichts Anfang nächsten Jahres beginnen.

May hatte den Angeklagten mehrfach darauf hingewiesen, dass Fragen der Haftbedingungen von der Verwaltung geklärt werden müssten und dass Milosevic einen Anwalt zu seiner Verteidigung nominieren solle. Das Gericht vertagte sich auf den 29. Oktober.

"Ich anerkenne dieses Tribunal nicht", erläuterte Milosevic. Zuvor hatte er kritisiert, dass er mit den anderen Häftlingen nicht in Kontakt treten dürfe. "Niemand braucht Angst zu haben vor der Wahrheit", sop der Ex-Präsident weiter. Auf der Seite des Gerichts befinde sich eine militärische und politische Maschinerie. "Auf meiner Seite ist nur die Wahrheit".

Del Ponte plant weitere Anklagen gegen Milosevic

Die Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals, Carla Del Ponte, plant zwei weitere Anklagen gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic wegen Völkermords während der Kriege in Bosnien-Herzegowina und Kroatien. Wie ihre Sprecherin Florence Hartmann mitteilte, will Del Ponte die Anklageschriften am 1. Oktober unterzeichnen. (APA/Reuters)

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