Nicht nur Vögel tun es

29. August 2001, 21:06
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Badeverbot im Wasserklo "Neue Donau"

Wien - Wäre Christoph Langthaler nicht Gemeindebeamter, täte er sich leichter. Aber als stellvertretender Leiter der MA45 (Wasserbau), die - auch - für die Donauinsel zuständig ist, kann er halt nicht sagen: "Die Leute scheißen ins Wasser, bis ein Badeverbot unvermeidlich ist."

Langthaler versucht diplomatisch zu vermitteln, wieso das Baden in der Rinne neben der Donau derzeit nicht erlaubt ist: Bei Messungen wurde eine erhöhte Anzahl von Kolibakterien festgestellt. "Kolibakterien sind nicht gefährlich, sie sind Teil der Darmflora." Und treten auf, wo Darminhalt ist. "Entlang der neuen Donau gibt es keine Senkgruben, die überlaufen könnten", sagt Langthaler, seufzt und versucht dem Offensichtlichen auszuweichen: "Wasservögel?" Die kacken schließlich auch. Allerdings sind immer gleich viele Enten und Schwäne ("so viele sind das hier nicht, das ist schon richtig") da - die Zunahme der Menschen dagegen ist ein verlässlicher Vorbote für das "Kippen" des Wassers. Wenn die Hitze hält.

Lässt die nach, halten sich die Keime nicht im (dann kühleren) Wasser. Aber dann wird es wieder wärmer. Die Menschen gehen ins Wasser. Schwimmen. Was sonst? (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30. August 2001)

Von Thomas Rottenberg
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