Wahnsinnsangst in Österreich

30. August 2001, 10:23
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Umfrage: Krankheiten, Verkehrsunfälle, Super-GAU - und Irrsinn gefürchtet

Linz - Die Österreicher leiden zunehmend unter Sorgen und Ängsten. Das ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts Market. Allerdings: Rangierten bei einer vergleichbaren Umfrage 1997 noch die Furcht vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und der finanzielle Ruin an oberster Stelle, stehen nun Krankheiten, die Zukunft der Kinder und Verkehrsunfälle im Vordergrund.

"Unheilbare Krankheiten" sind für 90 Prozent der befragten 500 Österreicher die häufigste Sorge - ein Zuwachs um 17 Prozentpunkte im Vergleich mit der Umfrage vor vier Jahren. Die Angst vor Aids stieg um fünf Prozentpunkte auf 59 Prozent. - Und vielleicht eine Konsequenz der Befürchtungen: Dem Wahnsinn zu verfallen, davor haben 49 Prozent der Befragten (+21 Prozentpunkte) Angst.

Nicht mehr an erster Stelle steht die Angst vor Arbeitslosigkeit, sie wurde jetzt von 66 Prozent genannt. An zweiter Stelle steht nunmehr mit 68 Prozent die Sorge um die Zukunft der Kinder.

Bemerkenswert ist die Furcht vor Verkehrsunfällen (+13 Prozentpunkte auf 66 Prozent). Die Meinungsforscher erklären das mit den zahlreichen schweren Unfällen auf Österreichs Straßen. Sie fanden zudem heraus, dass überhaupt alles, was die Unversehrtheit der Person gefährdet - beispielsweise ein Reaktorunfall, Kriminalität, Weltkrieg und anderes - den Österreichern im Vergleich zu 1997 mehr Angst macht.

Bei der Furcht vor Atomunfällen ergab sich ein Anstieg auf 57 Prozent (+15 Prozentpunkte), einen Weltkrieg fürchten 56 Prozent der Befragten. Die Angst vor einem Flugzeugabsturz hat sich seit 1997 auf 31 Prozent beinahe verdoppelt. Naturgewalten wie Gewitter waren vor vier Jahren mit sechs Prozent eher kein Angstthema, nunmehr für 25 Prozent der Befragten schon. Vor Erdbeben und Vulkanausbrüchen, die in der aktuellen Studie erstmals erhoben wurden, fürchten sich sogar 30 Prozent.

Im Familienbereich sind Partnerschaftsprobleme auf der Leiter der Sorgenthemen um 19 Prozentpunkt auf 53 Prozent gestiegen. Abgenommen hat die Angst vor Übergriffen durch Ausländer und vor Rechtsradikalismus. (chr/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30. August 2001)

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