Als tonnenschwere "Enten" grundelten

29. August 2001, 20:03
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Schnabelsaurier wandten einst die gleiche Strategie an wie heutiges Federvieh

London - Die straußenähnlichen und breitmauligen Schnabelsaurier grundelten amerikanischen Forschern zufolge friedlich wie Enten im Flachwasser. Die Pflanzenfresser nahmen dabei Algen, Weichtiere und sogar Einzeller auf, so genannte Foraminiferen. Das berichten Mark Norell vom American Museum of Natural History in New York und Kollegen in "Nature".

Grundlage für diese Erkenntnisse sind neue Funde sehr gut erhaltener Schnabelsaurierskelette aus der Kreidezeit. Im Dinosaur Provincial Park von Alberta in Kanada wurde der Ornithomimus edmontonicus entdeckt, in der Mongolei der Gallimimus bullatus. Bei beiden Skeletten haben sich im Kopfbereich der Tiere ungewöhnlich viele Weichteile erhalten, berichten die Wissenschafter.

Die äußere Knochenform der Sauriermäuler erinnert demnach an breite Entenschnäbel. In ihrem Inneren wurden hornartige Substanzen mit langen Reihen millimeterkleiner Fortsätze entdeckt, die die Paläontologen als Filterlamellen identifiziert haben. Damit durchkämmten die Schnabelsaurier das Flachwasser nach kleinen Tieren und Pflanzen. Am ähnlichsten sind die Schnäbel heutiger Löffelenten aufgebaut. (APA/dpa)

Vgl. "Nature" (Bd. 412, S. 873)
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Schädel eines Gallimimus bullatus

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