Der Club Massiv & das Techno-Café - "Say hello, wave goodbye"

29. August 2001, 20:54
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Manche Clubs eröffnen, andere schließen

Die wichtigsten Clubkultur-Events des kommenden Wochenendes und warum ein Mann namens Juan Atkins daran nicht selten die Schuld trägt.
Erster Anfang: Juan Atkins ist schuld! Das lassen wir jetzt einmal ein paar Zeilen lang so stehen und kommen weiter unten darauf zurück.

Zweiter Anfang: Verschwörungstheoretiker aus der Clubkultur - und da gibt es, den narrischen Zuckerln sei's "gedankt", nicht wenige davon - könnten meinen, im dritten Bezirk brennt es gern. Zuerst der Club Massiv, jetzt die Sofiensäle. Doch während vor der Ruine in der Marxergasse die "Wickie, Slime und Paiper"-Raver tränenreich die "Sofie" beklagen, eröffnet am Samstag der Club Massiv wieder seine Pforten.

Dieser wurde bekanntlich vor einem halben Jahr Opfer der Flammen. Nun, hoffentlich brandsicher, lädt er mit einem ordentlichen Festprogramm zur Wiederauferstehung: Und zwar heißt eine Abordnung des Berliner Technolabels Tresor die Clubber mit "Massiv-Entzug" willkommen. Zur Genese des Tresor, des Clubs wie auch des Labels, trug - und jetzt kommen wir auf Juan Atkins zurück - der Mann aus Detroit, der auch auf Tresor veröffentlicht, wesentlich bei. Gilt er doch als "Erfinder" von Techno. Die Tresor-DJs heißen übrigens Mad Max und Marc Snow.

Ebenfalls schuld ist Juan Atkins deshalb also auch am Techno-Café, das kommenden Dienstag zur Schlussrunde dieser Saison lädt und deshalb die urgutesten Beats und so auf sein bekannt kritisches Publikum loslässt.

DJ Nils und Meierlansky werden mittels House dafür sorgen, dass sich die Nylonbespannung der Sessel gut ins Sitzfleisch der Gäste frisst. Nicht nur die Nightshift ist deshalb schon total aufgeregt! (flu)
1. 9. Club Massiv, 3., Un-
tere Weißgerberl. 37. 22.00
4. 9. Techno-Café,
1., Volksgarten-Pavillon,
Burgring 1. 21.00

"Say hello, wave goodbye"

Ebenfalls seine Wiedereröffnung feiert am Freitag das Pulse. Zwar steht dort als musikalischer Frontalangriff "Todescountry und Gruftie-Rock" am Flyer. Aus verlässlicher Quelle weiß die Nightshift jedoch, dass es dort zutiefst lebensbejahende Musik zu hören geben wird. Ja, sogar das beliebte Tanzen soll möglich gemacht werden.

Während also in der Schottenfeldgasse das große Hallo regiert, sagt der Soul-Club Believers tags darauf für heuer auf Wiedersehen. Ein letztes Mal werden unter offenem Himmel die Gläubigen ihren Jüngern die triefendsten, also wunderbarsten Soul-Perlen kredenzen und ihnen so den Abschied so schwer wie möglich machen. Bis zum nächsten Jahr. Schnief, schneuz . . . (flu)
31. 8. Pulse-Eröffnung, 7.,
Schottenfeldgasse 3. 21.00
1. 9. Believers, 1., Volks-
garten-Pavillon, 21.00

(DER STANDARD, Print, 30.08.2001)
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