Euromünzen in Hülle und Fülle

29. August 2001, 18:53
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In Österreich mehr Euro vor Starttermin in Umlauf als anderswo

Alpbach - In keinem anderen Euroland werden vergleichsweise so viel Euromünzen vor dem ersten Jänner 2002 vorverteilt wie in Österreich, stellte Wolfgang Duchatczek von der Oesterreichischen Nationalbank beim Alpbacher Bankenseminar fest. Verbraucher und Firmen können sich ab 15. Dezember 2001 nicht nur mit den in Plastik vorverpackten Euro-Starterpaketen eindecken, sondern die neuen Euromünzen auch ganz normal bei den Banken kaufen. Der kleine Unterschied: Im Starterpaket sind die Euromünzen etwas billiger zu haben. Insgesamt wird es 5,5 Mio. Starterpakete für Verbraucher (à 200 S) und 600.000 Firmenpakete (à 2000 S) geben.

Besondere Herausforderungen

Die deutschen Wintertouristen und die DM-Bestände in Ex-Jugoslawien stellen die heimischen Umsteller vor zwei besondere Herausforderungen, die laut Duchatczek durchaus bewältigt werden können: Die deutschen Gäste werden auf keinen Fall mehr ihre Schillingscheine und -münzen mit nach Hause nehmen, sondern noch in Österreich in Euro umwechseln. Laut Schätzungen der OeNB sind in Montenegro und im Kosovo an die 20 Milliarden DM gehortet, also umgerechnet 140 Mrd. S, die aller Voraussicht nach über heimische Banken bzw. deren ausländische Töchter in Euro umgetauscht werden. "Das ist schon eine relevante Größe." Zum Vergleich: die Schilling-Bargeldbestände im Ausland belaufen sich auf 25 bis 30 Mrd. S, wobei das Gros auf Ex-Jugoslawien entfällt.

Transport rationalisiert

Österreichs Banken haben die Euroumstellung bereits genützt, den Geldtransport zwischen den Banken zu rationalisieren. Die Geldservice-Gesellschaft (GSA) wickelt das Geldzählen und den Transport für alle Banken ab, sodass diese sich insgesamt Kosten zwischen 300 und 350 Mio. S ersparen. Eine ähnliche Chance sieht Duchatczek, wenn es gelänge, auch die Abrechnung der Bankomaten zu vereinheitlichen, die jede Bank und jede Kreditkartenorganisation derzeit für sich macht. (Lydia Ninz, DER STANDARD, Printausgabe 30.8.2001)

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