Rechtsextremismus nimmt weiter zu

29. August 2001, 20:37
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Bericht hebt negative Entwicklung in Deutschland und Italien hervor

Brüssel - Zwei Tage vor Beginn der UNO-Weltkonferenz gegen Rassismus hat eine Aufsichtsbehörde der Europäischen Union (EU) vor einer starken Zunahme rechtsextremer Aktivität in einigen Mitgliedsstaaten gewarnt. Besonders in Deutschland und Schweden steige die Zahl rechtsradikaler Übergriffe gegen Minderheiten Besorgnis erregend an, sagte der Sprecher der EU-Agentur zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC), Bent Sörensen, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Zwar seien die rechtsextremen Bewegungen in Deutschland recht klein, aber dennoch für rund 1.000 Gewalttaten verantwortlich. "Sie greifen Schwächere an, weil sie sie als Gefahr für ihren Wohlstand betrachten", fügte er hinzu.

"Glorifizierte Version der Nazi-Ideologie"

Die rechtsradikalen Gruppen in Deutschland und Schweden vertreten Sörensen zufolge eine "glorifizierte Version der Nazi-Ideologie". Sie benutzten vor allem das Internet und ihre Musik, um ihre Botschaft zu verbreiten und neue Mitglieder zu werben. In Deutschland hätten die verschiedenen rechtsradikalen Gruppen derzeit rund 10.000 registrierte Mitglieder. Die Bewegungen wirkten vor allem auf viele Jugendliche attraktiv, da sie einfache Antworten auf schwierige Fragen anböten, sagte Sörensen. "Ihre Lösung für das Problem der Arbeitslosigkeit lautet beispielsweise: alle Einwanderer abschieben." Besonders die Entwicklung in Schweden sei beängstigend, weil das Land eine Tradition der Demokratie, Menschlichkeit und Toleranz habe, sagte Sörenson. Auch in Italien und Spanien gibt es Sörensen zufolge Anzeichen für zunehmenden Rechtsextremismus.

Am Freitag soll im südafrikanischen Durban die Konferenz gegen Rassismus beginnen. Bei der einwöchigen Konferenz sollen ein Aktionsprogramm und eine Abschlusserklärung zum Vorgehen gegen Rassismus, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit beschlossen werden. (APA/Reuters)

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