Gaulhofer kündigt nur 60 statt 110 Mitarbeuter

29. August 2001, 15:22
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Steirischer Fenster- und Türen-Hersteller setzt auf Millionen-Investion in Holz-Alu-Fenster-Anlage

Graz - Beim steirischen Unternehmen Gaulhofer Fenster und Türen GmbH müssen Mitarbeiter gehen: Von den Ende Juli im Rahmen des Frühwarnsystems des Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldeten 110 Mitarbeiter werden 60 - weniger als zehn Prozent des Gesamtmitarbeiterstandes von 720 - ihren Job verlieren. Geschäftsführung und Betriebsrat verhandeln derzeit weiter um ein flexibleres Arbeitszeitmodell. Gaulhofer hat derzeit Auslastungsprobleme auf Grund der Baukonjunktur im wichtigen Exportmarkt Deutschland. Das Management betonte, dass sich der Umsatz in Österreich sich auf dem Vorjahresniveau bewege.

Die im Rahmen des Frühwarnsystems beim AMS angemeldeten 110 Mitarbeiter bezeichnete Marketing-Leiter Karl Gaulhofer als einen "längerfristig gültigen Maximalrahmen, der auch das Risiko einer zum Winter hin weiter rückgängigen Geschäftsentwicklung berücksichtigt". Gelinge die Umsetzung des von der Unternehmensleitung schon seit längerem vorgeschlagenen Arbeitsteilzeitmodells im kollektivvertraglichen Rahmen, könnten die Kündigungen bei 60 Personen gehalten werden.

Rationalisierungsmaßnahmen betreffen ausschließlich steirischen Standort

"Die Rationalisierungsmaßnahmen betreffen ausschließlich den steirischen Standort in Übelbach", so Gaulhofer. Dass das Unternehmen mit Auftragsrückgängen zu kämpfen habe, liege an den stark rückläufigen Tendenzen auf den europäischen Exportmärkten, insbesondere in Deutschland. Der Exportanteil bei Gaulhofer ist laut Unternehmen mit über einem Drittel des Außenumsatzes der höchste in der österreichischen Fensterbranche.

Der österreichische Umsatz liegt derzeit trotz angespannter Marktlage exakt auf Vorjahresniveau. "Hier ist somit keine Rede von einem Einbruch", meinte Gaulhofer. In Deutschland hingegen steht der selbstständige Vertriebspartner mit seinem laut Gaulhofer "hoch qualifizierten und schlagkräftigen Verkaufsteam" vor einer weit schwierigeren Situation: Der gesamte deutsche Fenstermarkt erlebt zur Zeit einen bisher nie da gewesenen Einbruch, ausgehend von den neuen Bundesländern.

Zur Bewältigung der derzeitigen Situation zeigte man sich bei Gaulhofer zuversichtlich: Im Werk Übelbach entsteht seit Mitte 2000 mit einem Investitionsvolumen von 160 Mill. S eine der modernsten europäischen Anlagen für Fenster aus Holz und Holz-Aluminium. "Wir wollen Holz als Fensterwerkstoff des neuen Jahrtausends wieder propagieren", so Gaulhofer . Schon in den Jahren davor waren in die Verbesserung der Anlagen der Standorte Mäder und Übelbach rund 100 Mill. S investiert worden, überwiegend aus Eigenmitteln. Gaulhofer bezeichnet gegenüber der APA die Eigenkapitalquote der Firma als "eine der höchsten in der Branche". Als Vorzeigeprojekt sieht das Unternehmen die Ausstattung des neuen Tagungszentrums bei Schloss Seckau mit Holzfenstern im Ausmaß von 2,5 Mill. S (181.682 Euro). (APA)

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