ORF stellt sich selbst ein gutes Zeugnis aus

29. August 2001, 18:41
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Bescheinigt sich höchsten öffentlich-rechtlichen Anteil in der Primetime

Das ORF-Fernsehen hatte im Vorjahr mit seinen beiden Programmen ORF 1 und ORF 2 in der so genannten Primetime, also von 18.00 bis 23.00 Uhr, im Vergleich mit ARD, ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben den höchsten öffentlich-rechtlichen Programmanteil. Zu diesem Schluss kommt die Programmstrukturanalyse 2000, teilte der ORF am Mittwoch mit. 44 Prozent des ORF-Fernsehprogramms in dieser Zeitzone entfallen demnach auf Sendungen der Bereiche Information, Kultur, Bildung, Wissenschaft und Sport. Die Programmstrukturanalyse wird von der ORF-Medienforschung seit 1997 durchgeführt.

ORF vor ZDF und ARD

Insgesamt wurden 198.250 Sendungen von ORF, ARD, ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben ausgewertet. Nach 43 Prozent im Jahr 1999 habe der ORF den öffentlich-rechtlichen Programmanteil in der Primetime weiter ausgebaut, so ein Ergebnis der Studie. An zweiter Stelle liege das ZDF mit 42 Prozent, an dritter Stelle die ARD mit 41 Prozent.

Bei den kommerziellen deutschen TV-Sendern liege das Angebot an Information, Kultur, Wissenschaft und Sport deutlich darunter, hieß es weiter: Der entsprechende Programmanteil betrug im Jahr 2000 bei ProSieben 18 Prozent, bei RTL 16 Prozent und bei SAT.1 15 Prozent.

Steigerung des Sportangebots um 10 Prozent

Der ORF-Informationsanteil blieb mit 24 Prozent stabil, innerhalb dieses Genres gab es im Bereich "Current Affairs, Politik, Magazine, Diskussion" auf Grund neuer Sendungen wie "Report International" und "Menschenbilder" ein leichtes Plus gegenüber 1999. Im Jahr 2000 konnte der ORF in der Prime Time auch sein Angebot an Sportsendungen auf zehn Prozent ausbauen und damit den zweithöchsten Wert seit 1995 erreichen. Dies sei vor allem auf Groß-Events wie die Olympischen Spiele in Sydney und die Fußball-Europameisterschaft in Holland und Belgien zurückzuführen.

Unterhaltungsanteil ging zurück

Der Unterhaltungsanteil ging dagegen im Vorjahr auf 40 Prozent (1999: 42 Prozent) zurück. Deutlich vergrößert wurde dabei aber der Anteil von Quiz- und Show-Formaten. "Millionenshow", "Expedition Robinson" und "Taxi Orange" haben dazu entscheidend beigetragen.

Das starke Sportjahr 2000 mit den Olympischen Sommerspielen und der Fußball EM habe sich auch bei ARD und ZDF bemerkbar gemacht, hieß es weiter: Der Sportanteil in der Primetime stieg im ZDF von sechs Prozent auf neun Prozent, in der ARD von sieben Prozent auf 8,5 Prozent. Bei beiden Sendern ging dies zu Lasten von Nachrichten und Sendungen der Kategorie "Current Affairs, Politik, Magazine, Diskussion". Keine Auswirkungen habe das Sportjahr 2000 dagegen bei den deutschen Privatsendern gehabt.

Die Frage einer Verpflichtung des ORF, "anspruchsvolles Programm" zur Hauptabendzeit anzubieten, war im Zuge des neuen ORF-Gesetzes höchst kontroversiell diskutiert worden. Im nun in Kraft getretenen Gesetz heißt es, dass das Gesamtprogramm "anspruchsvolle Inhalte gleichwertig enthalten" muss. (APA)

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