Baric: "Bei 0:2 wird der Schaden begrenzt"

29. August 2001, 15:50
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Gelbe Karten bereiten Teamchef Baric Kopfzerbrechen - Markus Hiden kommt Neukirchner

Illmitz - Ein Thema, das Otto Baric vor dem WM-Qualifikationsspiel am Samstag in Valencia gegen Spanien beschäftigt, sind die gelben Karten. Denn mit Andreas Herzog, Michael Baur, Didi Kühbauer, Thomas Flögel, Richard Kitzbichler und Alfred Hörtnagl sind gleich sechs Akteure mit Verwarnungen vorbelastet und die Chance im Mestalla-Stadion eine weitere gelbe einzufangen, ist nicht gerade gering.

Kartenfreudiger Schiri

Umso mehr, als der argentinische Schiedsrichter Horacio Elizondo, dessen Nominierung durch die FIFA vom ÖFB nicht gerade begeistert zur Kenntnis genommen wurde, als "Kartenspieler" bekannt ist. "Ich werde mit der Mannschaft noch eingehend über dieses Problem sprechen, damit zumindest unnötige wie beispielsweise beim 1:1 in Wien durch Flögel nicht mehr passieren."

Denn bei aller Wertigkeit des Samstagspiels, das weit wichtigere spielt Österreich am darauffolgenden Mittwoch in Wien gegen Bosnien-Herzegowina. In Valencia nicht nur durch das 0:9 krasser Außenseiter, sollte die ÖFB-Elf gegen die wohl praktisch bereits aus dem Rennen um Platz zwei geworfenen Bosnier zumindest als leichter Favorit ins Match gehen und die (WM-)lebensnotwendigen drei Punkte erkämpfen.

Inzwischen hat sich beim Team, das sich in Illmitz auf die kommenden Aufgaben vorbereitet, ein weiterer Akteur verletzt gemeldet. Günther Neukirchner beendete am Dienstagabend vor den anderen das Trainingsspiel, ihm machte eine Muskelverhärtung im rechten Oberschenkel (hinten, Ansatz) zu schaffen. Trotz intensiver Behandlung durch die Masseure wurde die Blessur bis Mittwoch nicht besser, daher berief Baric ("Ich habe Vertrauen in ihn") mit dem Rapidler Markus Hiden einen "kämpferischen" Defensivspieler nach.

Während auch Didi Kühbauer (Schienbeinkopf-Verletzung) das Mittagstraining ausließ und es erst am Abend probieren wollte, ließ sich Franz Wohlfahrt schon von Tormanntrainer Funki Feurer einschießen und sollte daher am Abend wieder mit der Mannschaft üben. "Ich bin sehr positiv eingestellt", so der Austria-Keeper, der keine Angst vor dem Mestalla-Stadion, in dem immerhin neun Tore kassiert hat, verspürt. "Vielleicht, wenn ich dort fünf Mal verloren hätte", meinte der Kärntner.

Baric führt "wichtige Gespräche"

Für Mittwochnachmittag hatte Baric ein "wichtiges Gespräch mit einigen erfahrenen Spielern" angesetzt, in dem er deren Meinung über die Treffen mit Spanien und Bosnien einholte. Eines ließ der Teamchef schon durchblicken. "Sollte es beispielsweise am Samstag zur Pause 0:2 stehen, dann reagiere ich nicht in der Hoffnung vielleicht auszugleichen, sondern dahingehend den Schaden in Grenzen zu halten", so Baric, der fürchtet, den diesmal fehlenden Christian Mayrleb auch gegen Bosnien nicht zur Verfügung zu haben. "Ich habe mit ihm gestern telefoniert, er meinte, es sei fast unmöglich, dass die Verletzung rechtzeitig ausheilt. Mit Mayrleb, der am Mittwochvormittag kurz in Illmitz vorbei schaute, wird aber der Kontakt aufrecht erhalten.

Im übrigen ist Otto Baric der verständlichen Ansicht, dass alle potentiellen Teamspieler und Klubverantwortlichen alles für die Nationalmannschaft tun sollten, "denn es ist im Interesse aller, dass wir bei der WM dabei sind." (APA)

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