Svilanovic sieht Jugoslawien in zehn Jahren in der EU

29. August 2001, 14:25
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Außenminister rechnet mit Aufnahme in den Europarat Mitte kommenden Jahres

Belgrad - Der jugoslawische Außenminister Goran Svilanovic glaubt daran, dass sein Land "in sieben bis zehn Jahren" Mitglied der Europäischen Union sein wird. Für Mitte nächsten Jahres erwarte er zunächst die Aufnahme Jugoslawiens in den Europarat, sagte Svilanovic am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Belgrad, der ersten seit seiner Amtsübernahme im Oktober des Vorjahres.

Die Mitgliedschaft in der EU bezeichnete der Außenminister als das "wichtigste Ziel" der jugoslawischen Außenpolitik. Nach der ersten Erweiterungsrunde in den nächsten Jahren werde die EU ihre Organisation an die neuen Umstände anpassen müssen. Diese Pause (bei der Aufnahme neuer Mitglieder) dürfte Jugoslawien Gelegenheit bieten, die notwendigen Reformen vorzunehmen, um eventuell in einer "zweiten oder dritten Welle" zum EU-Mitglied zu werden, präzisierte Svilanovic.

Kurzfristig wäre jedoch eine Stellung innerhalb des Schengen-Regimes von Bedeutung, meinte Svilanovic. Er sei überzeugt, dass die Aufhebung des Visumszwanges nicht zu erhöhtem Druck jugoslawischer Bürger auf die EU-Staaten führen würde.

Die letzte internationale Sanktion gegen Jugoslawien - das im Jahre 1998 wiederverhängte Waffenembargo - wird nach Erwartung des Außenministers in einer oder zwei Wochen aufgehoben werden, nachdem vor zwei Tagen auch die USA der Sanktionsaufhebung zugestimmt hatten. (APA)

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