Kärntner Landesschulrats-Vize attackiert Haider

29. August 2001, 14:01
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Landeshauptmann sei hinterhältig - SPÖ spricht von Demokratieabbau

Klagenfurt - Scharfe Worte in Richtung Landeshauptmann Jörg Haider (F) richtete der Vizepräsident des Landesschulrates für Kärnten, Rudolf Altersberger (S), im Zusammenhang mit der Versetzung einer Sekretärin. "Haider betrachtet die Frau offensichtlich als seine Leibeigene", sagte Altersberger am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Klagenfurt.

Die Vorgangsweise des Landeshauptmannes sei ein "Skandal" und "hinterhältig". Denn am 22. August habe Haider der Frau zum Geburtstag gratuliert, um sie dann vier Tage später vom Büro des Vizepräsidenten zum Wasserbauamt Klagenfurt zu versetzen. So könne man mit Mitarbeitern nicht umspringen.

Vize habe keinen Anspruch

Zur Aussage von Haiders Büro, der Vizepräsident habe keinen Anspruch auf eine vom Land bezahlte Sekretärin, sagte Altersberger: "Die Frau wurde bisher vom Bund bezahlt. Außerdem haben FP-Vizepräsidenten in anderen Bundesländern sehr wohl eine Sekretärin." Er verwies darauf, dass der "blaue" Amtsführende Präsident in Kärnten (Heiner Zechmann) zwei Sekretärinnen, zwei Referenten und einen Fahrer habe.

"Haider will dem Abziehen meiner Sekretärin eine Kontrolle und Beratung unmöglich machen", sagte Altersberger. Der Vizepräsident gilt als Kritiker der Schulpolitik des Landeshauptmannes und hat sich in jüngster Vergangenheit hinter die Personalvertretung der Pflichtschullehrer anlässlich deren Zwangdelogierung gestellt.

SPÖ spricht von Demokratieabbau

Der Kärntner SPÖ-Landesgeschäftsführer Herbert Würschl kritisierte am Mittwoch die Versetzung der Sekretärin von Landesschulrats-Vizepräsident Rudolf Altersberger als "Versuch, eine politische Kontrollinstanz zum Schweigen zu bringen". "Bloß um einem kritischen Geist eines auszuwischen", werde eine "brave Arbeitnehmerin" nach 17 Jahren in ein völlig anderes Umfeld versetzt.

Würschl: "So stellt sich Haider also seinen Einsatz für die kleinen Leute vor: einfach ohne Rücksprache versetzen, drüberfahren, vor vollendete Tatsachen stellen". Sachlich sei die Versetzung nach den Worten des SP-Geschäftsführers nämlich nicht zu rechtfertigen. Würschl: "Wir wissen, dass das Wasserbauamt beim Land kein Personal angefordert hat. Aus reiner Boshaftigkeit schafft Haider also eine unnötige Stelle, für die die Kärntner Steuerzahler aufkommen werden müssen". (APA)

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