Vatikan setzt auf Erziehung im Kampf gegen Rassismus

30. August 2001, 14:24
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Erzbischof Martin: "Das Konzept der Rasse ist eine Erfindung"

Vatikanstadt - Der Vatikan setzt im Kampf gegen Rassismus vor allem auf Erziehung, um die Jugendlichen zu einer offeneren Haltung gegenüber ihren Mitmenschen anzuhalten. Das erklärte der Leiter der Vatikan-Delegation bei der bevorstehenden UNO-Antirassismuskonferenz im südafrikanischen Durban, Erzbischof Diarmuid Martin, in einem Interview. Die Konferenz in Durban müsse die wichtigsten Formen des Rassismus in der heutigen Welt identifizieren und Gegenmaßnahmen vorschlagen.

Der Vatikan setze hohe Erwartungen in die erste große Konferenz des neuen Jahrtausends, in der es um ethische Fragen für den künftigen Kurs der Menschheit im neuen Jahrhundert geht. Der Vatikan werde dabei vor allem zwei Prinzipien einbringen: Dass jeder Mensch mit unabänderlicher Würde und dem Rechte auf Selbstverwirklichung erschaffen ist, und dass die Menschheit als Familie konstituiert ist, führte Martin in dem "Fides"-Interview aus. Jede Form von Diskriminierung wende sich gegen den Willen Gottes. Und auch die Wissenschaft erkenne heute an, dass es keinen Unterschied zwischen Menschen verschiedener Hautfarbe gibt. Wörtlich sagte Erzbischof Martin: "Das Konzept der Rasse ist eine Erfindung".

Im Vorfeld der Konferenz habe der Vatikan insbesondere die Frage der Migration und der Migranten aufgeworfen, berichtete Martin, der Vatikan-Beobachter bei den UNO-Behörden in Genf ist. Viele Migranten würden auf Grund ihrer Hautfarbe diskriminiert. Der Vatikandiplomat stellte in diesem Zusammenhang fest: "Meiner Meinung nach ist die Migration ein Charakteristikum der globalisierten Gesellschaft. Daher muss man von einer Haltung des Misstrauens gegenüber dem Immigranten zu einer Sichtweise kommen, die in ihm eine Person sieht, die einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten kann". (APA)

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