Theater ums Theater

29. August 2001, 14:48
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Streit um Eigentumsverhältnisse beim Theater an der Wien

Wien - In einem Interview für die Donnerstag erscheinende Ausgabe der Info-Illustrierten "News" hat der Wiener Staatsoperndirektor Ioan Holender nicht nur Pläne zur Einrichtung eines Restaurants in der Oper ("Es soll sich dort befinden, wo jetzt die Publikums-Parterregarderoben auf der Kärntnerstraßen-Seite sind") bekannt gegeben, sondern sich auch zur Causa "Theater an der Wien" geäußert: "Ich finde die ganze Konstruktion merkwürdig. 79 Prozent der Vereinigten Bühnen gehören der Holding, die Holding gehört der Bank Austria und die der Bayrischen HypoVereinsbank. Das heißt, der Steuerzahler subventioniert die bayrische Bank mit 79 Prozent von 240 Millionen Jahresetat, also fast 190 Millionen Schilling."

"Ich verstehe das ganze Theater nicht. Ich kann Herrn Holender beruhigen. Er hat offensichtlich einige Zahlen durcheinandergeworfen", stellt dazu Martin Hehemann, Pressesprecher der Bank Austria fest. "Ich empfehle einen Blick ins Firmenbuch: Die Wiener Holding ist zu 97 Prozent Eigentümer der Vereinigten Bühnen, die Bank Austria hat ihre knapp 15 Prozent Beteiligung an der Wiener Holding zu Jahresbeginn an die B+C-Holding verkauft, d.h. wir halten keine Anteile mehr an den Vereinigten Bühnen Wien."

Die B+C-Holding ist eine Privatstiftung, in der die Bank Austria Ende 2000 zahlreiche Industriebeteiligungen eingebracht hat. Den überwiegenden Anteil, nämlich 56 Prozent, an der Wiener Holding hält die frühere AVZ (Anteilsverwaltung-Zentralsparkasse), die in eine "Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten" eingebracht wurde. (APA)

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