Klangwolken

29. August 2001, 13:26
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Linz - Ein außergewöhnliches Manöver mit einem 130 Meter langen Baggerschiff bildet heuer den Mittelpunkt der visualisierten Klangwolke am 1. September in Linz: Die "Drei Gebrüder" werden auf dem Strom quergestellt und in dieser Position für rund 45 Minuten fixiert, teilten die Veranstalter am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Linz mit. Für eine entsprechende Beschallung bei den insgesamt vier Klangwolken sollen im Donaupark 250.000 Watt starke Boxen sorgen.

Die Musik zur visualisierten Klangwolke stammt von Christian Muthspiel, er hat die von Johannes Kepler verfassten "Harmonices Mundi" vertont. Kepler hatte den Kräfteverhältnissen zwischen den damals bekannten fünf Planeten und der Sonne Klänge zugeordnet. In seiner Komposition tauche die Sonne als "flirrig-hitziges" Streichorchester auf, kündigte Muthspiel an. Die Erde werde von vier Schlagzeugerinnen dargestellt, die Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn von fünf "individuellen, improvisierenden Stimmen". Der Titel "Von der Harmonie der Welt" täusche, die Planeten würden musikalisch ihre Umlaufbahn um die Sonne verlassen, so der Komponist.

Für die optischen Effekte zeichnet Hans Hoffer verantwortlich. Die Sänger werden auf hydraulischen, höhenverstellbaren Plattformen stehen. Auf dem Ars Electronica Center am gegenüber liegenden Donauufer wird eine Projektionsfläche angebracht und auf zwei Segeln - je 432 Quadratmeter groß - wird ein "Laserfinger" aktiv sein.

Die "Drei Gebrüder" ist das größte auf der Donau verkehrende Baggerschiff. Während der Klangwolke wird es von einem Schubschiff in Position gebracht und dann mit rund 400 Meter langen Seilen am Ufer vertäut. Am Ende der Veranstaltung fährt das Schiff aus dem zentralen Bereich stromabwärts davon, gleichzeitig wird eine Arche an dessen Stelle gezogen, die dann in Flammen aufgeht.

Nach dem Auftakt mit der visualisierten Klangwolke wird der finnische Elektronik-Künstler Vladislav Delay vom 2. bis 6. September "Musik für einen Fluss und für Passanten" vorführen. Am 8. September findet die vierte Kinderklangwolke im Donaupark statt, bei der unter anderem Künstler aus Afrika und Australien mitwirken werden.

Die "romantische" Symphonie Nr.4 von Anton Bruckner wird am 9. September als klassische Klangwolke aus dem Brucknerhaus in den Donaupark übertragen. Das Konzert der Königlichen Philharmonie Stockholm unter dem Dirigenten Alan Gilbert stellt gleichzeitig die Eröffnung des Brucknerfestes dar. Veranstalter der Klangwolke sind das Brucknerhaus, die Ars Electronica, das Linzer Kinderzentrum Kuddelmuddel, ORF Oberösterreich und die OMV. (APA)

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