Traue niemals einem Finanzberater

29. August 2001, 16:42
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Konsument-Test ortet mangelhafte Beratung - Eigene Provisions- orientierung im Vordergrund

Wien - Bei manchen Beratern von Firmen, die nach eigenen Angaben umfassende Finanzanalysen anbieten, stehe offenbar noch immer die eigene Provisionsorientierung beim Beratungsgespräch im Vordergrund, kritisiert die Zeitschrift "Konsument". Bei einem Test von fünf Firmen, die auf ihrer Homepage mit dem Angebot einer kostenlosen Finanzanalyse werben, seien die meisten Angebote an den Anlagezielen der Testperson vorbei gegangen beziehungsweise sogar konkret als Fehlberatungen unter einzelnen Produktbereichen einzustufen, bemängelt die Zeitschrift.

Die "vollmundige Werbung" dieser Firmen verspreche zu viel. In keiner der fünf von "Konsument" durchgeführten Beratungssituationen seien die Finanzanalysten auf die Gesamtsituation einschließlich steuerlicher Elemente eingegangen. Häufig hätten die Berater Schattenseiten verschwiegen und Renditen teilweise übertrieben positiv dargestellt, kritisiert das Konsumenten-Magazin.

Testperson will fundierte Beratung

Fünf Firmen wurde auf den Zahn gefühlt. Eine 35-jährige Testperson, die sich als PR-Managerin mit gutem Einkommen ausgab, suchte die Firmen AWD, AFB-AG, AVB, Finanz-Service und OVB auf und wünschte sich vom Finanzberater wegen ihres Pechs mit Aktien und Fonds eine solide Pensionsvorsorge sowie einen finanziellen Polster für das spätere Studium des elfjährigen Sohnes.

"Konsument" bemängelt hier vor allem Empfehlungen, zum jetzigen Zeitpunkt aus vorhandenen Aktien oder Fonds auszusteigen, wodurch es zu finanziellen Verlusten käme. Auch Empfehlungen zum Ausstieg aus bestehenden Bausparverträgen und Lebensversicherungen seien nur mit finanziellen Einbußen für den Konsumenten möglich.

Hochriskanter Yen-Kredit empfohlen

Ein Berater etwa empfahl mittels Aufnahme eines hochriskanten Yen-Kredits in Wertpapieren zu veranlagen. Dies sei angesichts des eher konservativen Anlegerprofils der Konsumentin ein "besonders bedenklicher Rat", urteilt der "Konsument".

Laut "Konsument" ist es "grundsätzlich keine Hexerei", eine Finanzanalyse selbst zu machen und legt folgende Vorgangsweise zur Beleuchtung der persönlichen finanziellen Situation nahe: Analyse der Lebenssituation (familiär, finanziell, beruflich) sowie möglichst klare Definition der persönlichen Anlageziele (Zeitraum, Risiko). Bestehende Verträge sollten nicht vorschnell aufgelöst werden, da dies oft nur mit Verlust möglich sei, rät die Zeitschrift. (APA)

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