"Erholung der Weltbörsen im Herbst"

31. August 2001, 13:45
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Raiffeisen KAG: Konjunktur hat Tiefpunkt erreicht - Zyklische Aktien favorisiert

Wien - Einen erfreulichen Herbst erwarten die Experten der Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft (Raiffeisen KAG) für die internationalen Aktienmärkte. Vor allem europäische und US-Aktien sollten sich nach der jüngsten Talfahrt mit dem verbesserten Konjunkturausblick wieder erholen. Die globale Konjunktur ist nach Einschätzung der Investmentgesellschaft bereits auf ihrem Tiefpunkt angelangt. Frühindikatoren wie der OECD Leading Indicator der G-7-Länder würden bereits eine Erholung anzeigen.

Empfehlung für zyklische Aktien

Angesichts dieses aufgehellten Konjunktur-Szenarios empfiehlt der Leiter des Raiffeisen KAG-Fondsmanagement Klaus Glaser vor allem zyklische Aktien. "Wenn man auf eine Erholung setzt, muss man auf zyklische Branchen setzten", führte der Experte bei einem Pressegespräch am Dienstabend aus. Entsprechend sind in dem aktuellen Branchenportfolio der Fondsgesellschaft zyklische Konsumgüter mit einem Anteil von 18,5 Prozent gegenüber der Benchmark deutlich übergewichtet. Unter den größten Einzelpositionen dieses Sektors finden sich derzeit Titel wie Hasbro, Philips, Sony, BMW und Heineken. Übergewichtet sind im Branchenvergleich auch die Titel der Informationstechnologie und Industriewerte, untergewichtet hingegen Telekom-Dienstleister, nicht-zyklische Konsumgüter und Energiewerte.

"New Economy vorbei"

Generell favorisiert die Raiffeisen KAG weiter Substanzwerte. Die "New Economy" genannte Phase der sehr hohen Bewertung von Wachstumsaussichten sei vorbei, meinte Glaser ironisch, Anleger würden nun wieder auf die Gewinnrenditen schauen. Der aktuelle Vergleich der Aktien-Gewinnrenditen zu Anleiherenditen würde hier auf lange Sicht eine Unterbewertung der Aktien anzeigen. Im aktuellen Musterportfolio des Hauses sind entsprechend Aktien mit einem Anteil von 58,8 Prozent um 8,5 Prozentpunkte stärker gewichtet als die verwendete Benchmark. Am stärksten übergewichtet sind dabei US-Aktien, denen kurzfristig die größten Kurssprünge zugetraut werden. "Die Erholung der Aktienmärkte sollte von den USA ausgehen", so Glaser.

"Euro fundamental unterbewertet"

Längerfristig orientierten Anleger legt der Experte jedoch europäische Aktien ans Herz. Neben dem generell positiven Ausblick spreche die erwartete Stabilisierung des Euro hier für größeres Kurspotenzial. Der Euro sei langfristig fundamental unterbewertet, auf Sicht von einem Jahr sieht der Experte die Devise in einer Bandbreite von 0,90 bis 0,95 Dollar. Für den Euro spreche neben der Entwicklung der Geldmenge, die realistischer gesehene Ost-Erweiterung, sowie die Einführung des Euro-Bargelds. Der von einigen befürchtete "Euro-Bug" werde ebenso wenig statt finden wie der "Milleniums-Bug", gibt sich Glaser zuversichtlich. (APA)

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