Nigerias Präsident Obasanjo sagt vor Menschenrechts- kommission aus

29. August 2001, 10:49
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Ehemaliger Militärmachthaber von Angehörigen eines Regime-Opfers belastet

Abuja - Der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo soll vor die Menschenrechtskommission des westafrikanischen Landes vorgeladen werden. Wie ein Sprecher der Kommission am Mittwoch in der Hauptstadt Abuja bekannt gab, soll der Staatschef am 11. September im Fall des mittlerweile verstorbenen nigerianischen Musikers Fela Anikulapo-Kuti aussagen. Die Hinterbliebenen hatten eine Petition gegen Obasanjo eingereicht.

Die Anschuldigungen gehen auf das Jahr 1977 zurück, in dem der inzwischen demokratisch gewählte Präsident noch General und Chef der Militärjunta war. Damals hatten Soldaten die Wohnung des populären Sängers gestürmt und in Brand gesteckt. Bei der Aktion war seine Mutter, die Menschenrechtsaktivistin Funmilayo Ransome-Kuti, durch einen gewaltsamen Sturz aus dem Fenster ermordet worden.

Präsident Obasanjo hatte die Menschenrechtskommission ins Leben gerufen, nachdem er das Land im Mai 1999 nach seiner demokratischen Wahl zurück zu einer Zivilregierung geführt hatte. Sie soll die Verbrechen der nigerianischen Militärdiktaturen seit 1966 untersuchen. Obasanjo war der einzige Junta-Chef, der freiwillig zurücktrat und demokratische Wahlen ermöglichte. Unter dem Militärdiktator Sani Abacha war Obasanjo in Haft. (APA/dpa)

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