Salzburg: 100 Kilogramm Sprengstoff steckten jahrzehntelang in Brückenpfeiler

29. August 2001, 17:32
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Erst durch eine Brückensanierung wurde die Sprengladung aus dem Krieg entdeckt

Salzburg - Auf 100 Kilogramm Sprengstoff stießen gestern Arbeiter im Zuge von Sanierungsarbeiten an der so genannten "Stoffenbrücke" in St. Martin bei Lofer (Pinzgau). Der Sprengstoff stammt "eindeutig aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges", wie der Katastrophenreferent des Pinzgaus, Kurt Reiter, erklärte. Experten des Entminungsdienstes in Linz haben den explosiven Fund mittlerweile fachgerecht entsorgt.

Die deutsche Wehrmacht dürfte auf ihrem Rückzug die Sprengladung in den Brückenpfeilern angebracht haben, um den Vormarsch der anrückenden Truppen in diesem Gebiet notfalls durch Sprengung der Brücke zu verzögern. Wer damals die Ladung deponierte, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen, jedenfalls geriet die Sache nach dem Krieg in Vergessenheit.

Für fahrende und gehende Menschen keine Gefahr

Dass es nicht schon bei früheren Ausbesserungsarbeiten dazu kam, hat einen einfachen Grund: Die Brücke wird derzeit einer Generalsanierung unterzogen, die - zum ersten Mal seit dem Krieg - auch die Pfeiler beinhaltet, in die der Sprengstoff über Jahrzehnte lagerte.

Gefahr für die über die "Stoffenbrücke" fahrenden und gehenden Menschen habe in all den Jahrzehnten nicht bestanden, erklärte Reiter: Zur Auslösung der Sprengung hätte es einer Zündmaschine bedurft. Sehr wohl fatale Folgen hätte die Ladung freilich für die Arbeiter haben können, so der Katastrophenreferent: "Wenn da einer mit einer Flex hineingeschnitten hätte..." (APA)

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