Sierra Leone: Rebellen drohen mit Ende der Entwaffnungsaktion

29. August 2001, 09:35
posten

Sollten die Wahlen weiter verzögert werden

Freetown/Accra - Rebellen im westafrikanischen Staat Sierra Leone haben mit einem vorläufigen Ende ihrer Entwaffnungsaktion gedroht, sollte Präsident Ahmed Tejan Kabbah die überfälligen Wahlen weiter hinauszögern. Wie ein Sprecher der Guerillabewegung "Revolutionäre Vereinigte Front" (RUF) Djibril Massaquoi am Dienstagabend im Rundfunk erklärte, kündige seine Bewegung vorerst die Zusammenarbeit mit Kabbahs Regierung im Friedensprozess für das Bürgerkriegsland auf. "Wir werden aber den Krieg nicht wieder eröffnen", erklärte der Rebellensprecher.

Unter Beaufsichtigung des derzeit weltweit größten UNO-Mandats und britischer Eingreiftruppen läuft seit Mai erfolgreich eine Entwaffnungsaktion der Rebellen, die seit 1991 gegen wechselnde Regierungen in der Hauptstadt Freetown gekämpft haben. Im April war das Mandat des gewählten Präsidenten Kabbah abgelaufen. Er hatte die Wahlen mit der Begründung um sechs Monate verschoben, dass die Lage nach wie vor zu instabil sei. Am Wochenende hatte Kabbah erklärt, dass die Bedingung für die Abstimmung zunächst die vollständige Entwaffnung der Rebellen sei. Die Aktion sollte eigentlich Ende November abgeschlossen sein. Die Rebellen machen wiederum die weitere Demobilisierung von den Wahlen abhängig. (APA/dpa)

Share if you care.