Häupl kritisiert ÖGB-Krisenmanagement

29. August 2001, 13:40
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"Privilegienskandal" wegen früherer ÖGB-Versäumnisse

Wien - Deutliche Kritik am ÖGB kam Dienstag in der "ZiB 2" vom Wiener Bürgermeister und stellvertretenden SPÖ-Chef Michael Häupl: Er halte "nicht viel vom Krisenmanagement" des ÖGB. Die gestern gesetzten Reaktionen hätten eine Woche früher erfolgen müssen. Die Vorkommnisse bei der Postgewerkschaft nannte Häupl einen "Privilegienskandal" - wobei er "das wirkliche Problem" darin ortete, dass es der ÖGB "über Jahre hinweg" versäumt habe, "realistische Einkommenverhältnisse für Spitzenfunktionäre zu organisieren".

ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch müsse zwar nicht alles machen, aber wenn er nicht da ist, müsste es ein funktionierendes Krisenmanagement geben, so Häupl. "Wenn uns soetwas in Wien passieren würde, könnte man davon ausgehen, dass ich innerhalb von 24 Stunden selbst da bin", sagte der Wiener SPÖ-Chef, der das aber nicht als "Kritik am ÖGB-Präsidenten" verstanden haben wollte. Außerdem wäre man in Wien darauf vorbereitet, dass seine Vertretung "das durchaus auch offensiv gehandlet hätte".

Was die "realistischen Einkommensverhältnisse" in der Arbeitnehmer-Vertretung betrifft, meinte Häupl: "Ich sage nicht, dass einer zu viel verdient", aber: Es sei "unmoralisch" und "eine politische Dummheit", in einer Situation wie bei der Post, wo hunderte Arbeitnehmer in ihrer Existenz bedroht seien, "in erster Linie auf sein eigenes Einkommen zu schauen". (APA)

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