Insekten, Quallen und andere Köstlichkeiten

28. August 2001, 23:20
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Schon probiert? Das Menü: Quallensalat - frisches Madenragout an gedünsteten Schabeneiern - Honigameisen. "Da ist der Wurm drin" - dem einen läuft das Wasser im Mund zusammen, der andere läuft weg.

Wer mal über den eigenen Tellerrand blickt und das neue, etwas andere Kochbuch von Jerry Hopkins zur Hand nimmt, fordert Geschmacksnerven heraus und vertreibt Langeweile vom wöchentlichen Menüplan. Mit einem Überblick über ungewohnte Gerichte aus aller Welt, untermalt von eindrucksvollen Bildern des Fotografen Michael Freeman gerät die Lektüre zu einer Abenteuerreise in bizarre Geschmackswelten.

Austern und Regenwurmpastetchen

"Was in einem Teil der Welt als abstoßend gilt, wird in einem anderen als Essen serviert", stellt Hopkins nach jahrelangen Reisen rund um den Globus fest. Für ihn ist das vor allem eine Sache der Gewohnheit. "Das war ein mutiger Mann, der als Erster eine Auster schlürfte", meinte schließlich schon Jonathan Swift. Was also spricht dagegen, einmal die in China und Australien beliebten Regenwurmpastetchen zu probieren? Ein Gericht, zubereitet aus jenen Tierchen, die nach Hopkins Angaben nicht nur bis zu 80 Prozent Protein enthalten, sondern auch noch "ziemlich gut" schmecken. Selbst die in Singapur servierten Canapes mit Skorpion und Spargel hat der Autor probiert - samt den Klauen und dem spitzen Schwanz.

Ratten und Grillen oder gegrillte Ratten

In Lateinamerika, Asien, Teilen Afrikas und Ozeaniens ist die Ratte eine beliebte Vorspeise. Sie wird frittiert und mit viel Knoblauch serviert. Auch Mehlwurmsalat, gebackene Fledermäuse und scharf gewürzte Grillen sind keineswegs eine Mär aus Gruselbüchern, sondern Mahlzeiten für viele Menschen dieser Erde. Am Amazonas serviert man dem Gast als besondere Liebesgabe gebratene Vogelspinnen. In Kambodscha haben die jungen Männer eine Schwäche für gegrillte Taranteln. Sie sollen die Potenz stärken. In australischen Supermärkten heißt das Motto "Back to the roots": Im Kühlregal liegen vorverpackte Witchetty-Maden, die schon die Vorfahren aßen. (apa/red)

"Strange Food - Skurrile Spezialitäten"
Verlag Komet



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