Napster soll Medien-Tauschbörse werden

28. August 2001, 20:33
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"Neue" Technologie einsatzbereit

Über die Internet-Tauschbörse Napster sollen nach den Wünschen des Medienkonzerns Bertelsmann in Zukunft nicht mehr nur Musikdateien aus dem Netz heruntergeladen werden können. Auch auf digitalisierte Bücher oder Filme könnten die Kunden Zugriff haben, sagte Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff am Dienstag in Potsdam.

Einsatzbereit

Gleichzeitig kündigte er an, dass die Technologie für den sicheren Austausch urheberrechtlich geschützter Musikdateien einsatzbereit sei und Napster noch in diesem Jahr wieder ans Netz gehe. Zurzeit werde noch nach einem geeigneten Starttermin für den neuen kostenpflichtigen Dienst gesucht.

Marke gut positioniert

Keine Marke sei so gut positioniert wie Napster beim Austausch von Dateien über das Internet, erklärte Middelhoff. Trotz der kostenlosen und illegalen Konkurrenz-Unternehmen, glaube er an einen Erfolg, wenn guter Service und gute Produkte geboten würden. Middelhoff kündigte noch "Modifikationen und Überraschungen" beim zukünftigen Geschäftsmodell an. Bisher war eine monatliche Pauschale von knapp fünf Dollar für den Dienst im Gespräch.

Mama-Datei

Dateien, die über Napster heruntergeladen werden können, sollen laut Middelhoff mit einem digitalen Fingerabdruck versehen werden. Während zwei Nutzer eine Datei austauschen, werde diese mit einer so genannten Mutter-Datei auf einem zentralen Server verglichen. Gleichzeitig würde geprüft, ob die Nutzer für den Austausch autorisiert seien.

Die US-Musikindustrie hatte Napster 1999 verklagt, weil über die Rechner der Firma auch urheberrechtlich geschützte Musikstücke getauscht worden waren. Wegen der Klage musste Napster seinen Dienst fast völlig einstellen. Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen praktisch von Bertelsmann übernommen. (APA/AP)

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