US-Sanktionen gegen Indien vor Aufhebung

28. August 2001, 20:11
posten

Pentagon sieht Verhältnis wieder verbessert und stellt damit Pakistan dir Rute ins Fenster

Washington/Neu-Delhi - Die USA wollen die wirtschaftlichen und militärischen Sanktionen gegen Indien wieder aufheben, die sie 1998 nach den Nukleartests des Landes verhängt hatten. Das teilte der Sprecher des Washingtoner Außenministeriums, Richard Boucher, am Montag mit. Zu einer Aufhebung des Verbots militärischer Exporte und ziviler Lieferungen an Firmen, die an Indiens Nuklearprogramm mitwirkten, ist allerdings die Zustimmung des US-Kongresses erforderlich.

Boucher begründete den Schritt mit verbesserten Beziehungen und der wachsenden wirtschaftlichen wie weltpolitischen Rolle Indiens. Das Verhältnis hatte sich nach dem Indienbesuch des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton im März vergangenen Jahres gebessert.

Vorhaben nicht gegen Pakistan gerichtet

Das Vorhaben sei nicht gegen Pakistan gerichtet, versicherte Boucher. Nach Angaben von Regierungsbeamten könnten auch die Pakistan-Sanktionen aufgehoben werden, die 1998 wegen dessen Atomtests verhängt worden waren. Andere Strafmaßnahmen, die der Machtübernahme durch General Pervez Musharraf 1999 folgten, sollten aber bestehen bleiben. Die Bush-Regierung hatte in den zurückliegenden Wochen mehrfach erklärt, sie wolle das Verhältnis zu Indien wieder vollständig normalisieren und die Kongressabgeordneten dahingehend bearbeiten. Fortschritte würden dabei schnell sichtbar werden, sagte Vizeaußenminister Richard Armitage voraus.

Flottenmanöver

Zur Normalisierung mit Indien gehört dabei auch der Ausbau der militärischen Beziehungen. Washington will etwa gemeinsame Flottenmanöver und Training im Indischen Ozean anbieten. Als neuen Botschafter in Indien hatte US-Präsident Bush Robert Blackwill nominiert, einen außenpolitischen Berater seines früheren Wahlkampfteams.

Indiens Premier Vajpayee hat indes eine Einladung des pakistanischen Militärmachthabers Musharraf zu einem Treffen am Rand der UN-Generalversammlung in New York im September angenommen. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 29.8.2001)

Share if you care.