Selbstouting - Geständnis erwünscht

29. August 2001, 13:10
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Homosexuellen-Initiative startet "209er"-Selbstbezichtigungsaktion

Wien - Homosexuellenaktivist Kurt Krickler tut es. Hermes Phettberg auch, doch für ihn ist es ohnehin nichts Neues, sich lustvoll selber zu beschuldigen.

"Bei mir war es im Prater. Er stand in Vollblüte wie Elischa am Acker. Er konnte noch nicht 18 sein", gesteht der Meister des schrägen Talks im Rahmen der dieser Tage startenden Selbstbezichtigungsaktion der Homosexuellen Initiative (Hosi)-Wien unter dem Motto: "Auch ich habe gegen den § 209 verstoßen".

"Wir laden zum Selbstouting ein, um die Absurdität des ,209er' auf die Spitze zu treiben", umreißt Hosi-Wien-Obfrau Helga Pankratz die Stoßrichtung des Unternehmens. Erwünscht seien "Geständnisse" Schwuler und sonst wie Beteiligter: "Auch wer eine Wohnung zur Verfügung stellt, kann sich nach Paragraph 209 schuldig machen."

Die konkrete Tat, so Pankratz, solle tunlichst fünf Jahre her sein, also verjährt. Andernfalls nämlich drohe Strafverfolgung - "und das wollen wir nicht". (bri/DER STANDARD, Printausgabe 29.08.2001)

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