Falun Gong protestiert gegen Verfolgung von Anhängern in China

28. August 2001, 16:49
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Meditationsbewegung spricht von "unmenschlicher Unterdrückung"

Wien - Eine "beispiellos brutale und unmenschliche Unterdrückung" wirft die Meditationsbewegung Falun Gong den kommunistischen Behörden der Volksrepublik China vor. 130 Falun-Gong-Praktizierende befinden sich im Arbeitslager Masanjia seit über drei Wochen im Hungerstreik, um auf ihre "unrechtmäßige Inhaftierung" aufmerksam zu machen, wie Vertreter der Bewegung am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Wien mitteilten.

Polizeigewahrsam

Von Mitte 1999 bis August 2001 seien mehr als 100.000 Falun-Gong-Praktizierenden in China inhaftiert worden, mehr als 20.000 in Zwangsarbeitslager gesteckt, mehr als 1000 geistig und körperlich vollkommen gesunde Anhänger in psychiatrische Anstalten eingesperrt worden und mehr als 267 an Folgen von Folter und Misshandlungen in Polizeigewahrsam gestorben.

Eine ganze Familie aus Frankreich, bestehend aus Vater Chi Jian, Mutter Sun Fenglong und Tochter Chi Yifan, sei beim Besuch ihrer Verwandten am 7. August in China von Beamten der chinesischen Sicherheitsbehörden entführt worden. Niemand wisse, wo sich die Familie derzeit befinde. Im Juni seien 15 weibliche Falun-Gong-Praktizierende an Folge von Gewalt und Folter im Arbeitslager Wanjia gestorben, unter ihnen Zhang Yulan (55), Zhao Yayun (54), Shao Yin (33) und LI Xiuqin. Durch die Zwangseinflößung von Desinfektionsmittel sei der 37-jährige Wu Qingbin am 20. Juli 2001 im Arbeitslager Huinan gestorben.

Erste Todesurteile

Die Falun-Gong-Praktizierenden in Österreich fordern von der österreichischen Bundesregierung, sich "eindringlich für einen friedlichen Dialog einzusetzen", um die Beendigung der unmenschlichen Unterdrückung zu erreichen.

Kürzlich ist in der Volksrepublik zum ersten Mal ein Anhänger der Falun-Gong-Bewegung zum Tode verurteilt worden. Die Vollstreckung der Strafe wurde für zwei Jahre ausgesetzt. Peking hat die Sekte, die es ursprünglich gefördert hatte, im Juli 1999 verboten. Der Kult verbindet meditative Gesundheitsübungen wie die traditionelle chinesische Atemtechnik Qigong mit einer Mixtur von Elementen aus verschiedenen Religionen, vor allem buddhistischer und taoistischer Inspiration. Der in den USA lebende Sektengründer Li Hongzhi, der nach Darstellung seiner Kritiker auch offen rassistische Theorien verbreitet, verlangt strenge Gefolgschaft und hat Falun Gong im Kern wie eine klassische chinesische Geheimgesellschaft organisiert, meinen Kritiker. (APA)

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