Prodi: Israel muss zuerst Friedensschritte setzen

28. August 2001, 16:07
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Präsident der EU-Kommission über Nahost-Entwicklung extrem pessimistisch

Rom - Der Präsident der Europäischen Kommission, Romano Prodi, hat Israel aufgerufen, als militärisch stärkere Konfliktpartei im Nahen Osten zuerst Friedensschritte zu setzen. Es sei an der Zeit, dass die stärkere Seite in dem Konflikt erste Maßnahmen zu einem Frieden einleite, der auch für die andere Seite annehmbar sei, unterstrich der EU-Kommissionspräsident am Dienstag in einem Kommentar in der italienischen Tageszeitung "La Repubblica".

"Die Seite, die militärisch die stärkere ist, sollte zu der Weisheit finden, einen Frieden zu suchen, der mutig, großzügig und mitfühlend ist", schrieb Prodi. Die militärisch schwächere Partei rief er zu einem Gewaltverzicht auf. Zugleich äußerte er sich extrem pessimistisch zu der Entwicklung im Nahen Osten.

Die gezielte Tötung des Chefs der PLO-Teilorganisation "Volksfront für die Befreiung Palästinas" (PFLP), Abu Ali Mustafa, durch die israelische Armee wurde von der EU und den USA kritisiert. Das US-Außenministerium erklärte, Israel müsse erkennen, dass gezielte Tötungen den Nahost-Konflikt nur weiter anheizten. Belgien, das derzeit den EU-Vorsitz führt, bezeichnete den Vorfall als "sehr ernst" und forderte beide Seiten zur Beendigung der Gewalt und der Wiederaufnahme von Gesprächen auf. (APA/Reuters/ANSA)

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