Erste Phase zur Bergung der "Kursk" beendet

28. August 2001, 15:54
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Bug-Abtrennung des russischen Atom-U-Boots läuft an

Murmansk - Russische und norwegische Taucher haben die erste Phase zur Bergung des vor mehr als einem Jahr gesunkenen Atom-U-Boots "Kursk" abgeschlossen. Wie die russische Marine am Dienstag mitteilte, schnitten die Taucher alle 26 erforderlichen Löcher in den Rumpf des Wracks, um es mit Hilfe von Stahlseilen aus 108 Metern Tiefe vom Grund der Barentssee zu heben.

Vorderteil der "Kursk" abtrennen

Ein norwegisches Frachtschiff wurde nach Angaben der russischen Nordmeerflotte am Dienstagabend an der Bergungsstelle erwartet. Es sollte das Werkzeug bringen, mit dem der Vorderteil der "Kursk" abgetrennt werden soll. Die Vorbereitungen zur Bug-Abtrennung sollten am Mittwochabend beginnen und bis zu acht Tage dauern. Laut Zeitplan der beteiligten niederländischen Firma Mammoet sollen dann Taucher binnen zehn Tagen den vorderen Teil des U-Boots mit Kettensägen abtrennen. In diesem Teil befinden sich Torpedos und Marschflugkörper.

Unglücksursache geheim halten

Durch die Bug-Abtrennung soll offiziellen Angaben zufolge die Bergung der "Kursk" erleichtert werden. Unabhängige Experten vermuten dagegen, dass auf diese Weise die Raketentechnologie oder die Unglücksursache geheim gehalten werden soll. Das U-Boot mit 118 Seeleuten an Bord war am 12. August vergangenen Jahres bei einem Manöver gesunken. Während die russische Marine immer wieder versicherte, die "Kursk" sei mit einem ausländischen U-Boot zusammengestoßen, geht die Regierung inzwischen davon aus, dass ein Torpedo an Bord explodierte und damit die Tragödie auslöste. Diese These vertreten auch ausländische Spezialisten. Das 20.000 Tonnen schwere Wrack soll bis zum 15. September geborgen und dann in ein Trockendock geschleppt werden. (APA/AFP)

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