Gallaher-Offert nun auch für AT-Streubesitz

29. August 2001, 18:55
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Angebotsfrist läuft bis 27. September

Wien - Der britische Tabakkonzern Gallaher, der im Juni den 41,13-prozentigen Anteil der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG an der Austria Tabak (AT) für 85 EURO (1170 S) je Aktie erworben und dafür insgesamt 10,6 Mrd. S bezahlt hatte, unterbreitet nun auch allen übrigen Aktionären der AT ein Angebot in gleicher Höhe. Die Angebotsfrist läuft vom 30. August bis 27. September, Annahme- und Zahl-stellen sind Bank Austria und Erste Bank. Der Kaufpreis wird bis zum 11. Oktober ausbezahlt.

AT-Vorstandsdirektor Heinz Schiendl, der darauf verwies, dass es sich um das Pflichtangebot eines beherrschenden Aktionärs handelt, bezeichnete den Angebotspreis als angemessen und fair. Er liege um 132 Prozent über dem Erstausgabepreis von November 1997 (505 S oder 36,7b EURO) und um 48 Prozent über dem Durchschnittspreis der letzten zwölf Monate.

Schiendl rät zur Annahme

Schiendl riet den Kleinaktionären - 58,87 Prozent der AT befinden sich in Streubesitz und dürften sich auf rund 20.000 Aktionäre verteilen - zur Annahme des Gallaher-Angebots.

Wenn Gallaher mit diesem Angebot einen Anteil von mindestens 90 Prozent an der AT erreicht, was allgemein erwartet wird, werden die Briten versuchen, durch gesellschaftsrechtliche Maßnahmen im Rahmen eines so genannten "squeeze out" die verbleibenden Aktionäre gegen Barabfindung aus der Gesellschaft abzuschichten, erklärte Nigel Simon, Business Development Director von Gallaher und designierter AT-Vize-Generaldirektor. Dabei sei nicht beabsichtigt, mehr als 85 EURO je Aktie zu bieten.

Simon ließ durchblicken, dass ein Barfindungsangebot sogar deutlich niedriger ausfallen könnte als das nun vorliegende, da die Notierung der AT-Aktie an der Wiener Börse bis dahin gelöscht sein werde.

Höchstkurs überboten

Auf der Basis von 85 EURO je Aktie liegt der Wert des österreichischen Unternehmens bei 1,87 Mrd. EURO (25,7 Mrd. S). Simon erinnerte daran, dass dieser Preis höher sei als der bisherige Höchstkurs an der Börse. Für Gallaher sei dieser Kauf aber ein weiterer Schritt zu einer stärkeren Internationalisierung. Der Konzern nehme bisher in Großbritannien, Irland und Russland eine führende Position ein und erweitere diese Palette mit dem Kauf der AT nun um Österreich und Schweden. (gb, DER STANDARD, Printausgabe 30.8.2001)

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